Dank des Internets und immer größerer Datenbanken kann heute in Sekundenschnelle auf Millionen von wissenschaftlichen Arbeiten zugegriffen werden. Schätzungen gehen davon aus, dass jedes Jahr zudem 2,5 Millionen zusätzliche Arbeiten erstellt werden. Für einen einzelnen Menschen ist es daher kaum möglich, alle Veröffentlichungen eines Themengebiets zu kennen. Helfen kann allerdings das deutsche Unternehmen ExB Labs. Die Firma wurde von Ramin Assadollahi gegründet und entwickelt künstliche Intelligenz, die in der Lage sein soll, wissenschaftliche Texte – und die darin enthaltenen Bilder – zu verstehen. Mithilfe der Software kann der Wust an Veröffentlichungen deutlich schneller und effizienter durchsucht werden. Dies kann etwa hilfreich sein, um eine Diagnose abzusichern oder unerwartete Forschungsergebnisse abzugleichen. Günstig ist der Spaß aber nicht: Pro Lizenz verlangt ExB Labs angeblich 100.000 Euro.


IBMs Watson arbeitet an einem ähnlichen Ansatz

Das Geschäftsmodell hat nun auch einen prominenten Investor überzeugt: Bei einer neuen Finanzierungsrunde über 9,5 Millionen Euro hat sich der Löwe Carsten Maschmeyer mit einer signifikanten Summe eingebracht. Er scheint also von der Qualität der von ExB Labs entwickelten Lösung überzeugt zu sein. Die Konkurrenz auf dem Markt ist allerdings groß. Denn auch IBMs Supercomputer Watson wird schon seit längerem darauf trainiert, Texte und Bilder verstehen zu lernen. Bisher lässt sich aber noch nicht abschätzen, welche Firmen letztlich das bessere Produkt besitzt. Denn wie oftmals in Sachen künstlicher Intelligenz gilt auch hier: Mit jedem Tag wird die Software ein kleines bisschen besser. Exb Labs hat zudem einen leicht anderen Fokus. Während sich IBM vor allem auf große Firmen als Kunden konzentriert, will das im Jahr 2000 gegründete deutsche Startup kleineren Unternehmen KI-basierte Lösungen anbieten.


Der Gründer konnte bereits ein Projekt erfolgreich abschließen

Die Investoren dürften zudem nicht nur in die Software investiert haben, sondern auch in den Gründer Ramin Assadollahi. Dieser hat nämlich bereits unter Beweis gestellt, dass er sinnvolle Produkte für einen großen Markt entwickeln kann. So erfand er die sogenannte Next-Word-Prediction, die den Grundstein für die Autovervollständigung bei vielen Smartphones legt. Im Jahr 2010 verkaufte er das Patent an Nokia und investierte das Geld in ExB Labs. Werben durfte er mit diesem Erfolg allerdings lange Zeit nicht: Nokia hatte auf einer Schweigeklausel im Vertrag bestanden. Diese wurde vor rund vier Jahren aber einvernehmlich gestrichen. Bei ExB Labs denkt der Gründer offensichtlich noch nicht über einen Verkauf nach, sondern hat sich neue Investoren an Bord geholt, um das Produkt weiter voran zu bringen.

Via: Exb Labs

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