Die Fichte gehört in Deutschland zu den beliebtesten Bäumen bei Waldbesitzern. Dies hat vor allem zwei Gründe: Die Bäume wachsen sehr schnell und liefern gutes Bauholz. So bestehen beispielsweise die allermeisten deutschen Dachstühle aus Fichtenholz. Die wirtschaftliche Bedeutung des Nadelbaums ist also nicht zu unterschätzen. Aktuell allerdings haben die Waldbauern mit der Fichte nur wenig Freude. Verantwortlich sind dafür zwei sich verstärkende Faktoren. Zum einen fällt zu wenig Regen, wodurch die Bäume vertrocknen. Gleichzeitig sorgt der dadurch ausgelöste Stress dafür, dass die Bäume anfälliger für den Borkenkäfer werden. Das deshalb anfallende Schadholz wiederum sorgt für ein Überangebot auf dem Markt und sinkende Preise. Viele Waldbesitzer haben daher mit Einnahmeverlusten zu kämpfen.


Bild: Neptuul / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Die Fichte wird sich in die Alpen zurückziehen

Mittelfristig sollten sich die Waldbauern in Deutschland daher von der Fichte verabschieden. Zumindest prophezeit Maike Wanders von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eine solche Entwicklung. Ihrer Meinung nach gibt es keine Möglichkeit, die Fichte dauerhaft im deutschen Flachland zu halten. Die einzige Möglichkeit bestünde darin, den Klimawandel sofort zu stoppen. Selbst die optimistischsten Prognosen gehen aber lediglich von einer Verlangsamung aus. Die Prognose der Expertin fällt daher eindeutig aus: Die Fichte wird sich im Laufe der Zeit in ihr natürliches Verbreitungssgebiet zurückziehen. In Deutschland wären dies beispielsweise Hochgebiete in den Alpen. Viele Waldbesitzer versuchen daher aktuell auf ähnliche Baumarten – etwa die Tanne oder die Douglasie – zu setzen. Dies löst aber das zugrunde liegende Problem nicht: Es fällt schlicht zu wenig Regen.

Veränderungen sind nur sehr langsam möglich

Theoretisch müssten daher hierzulande künftig Bäume angepflanzt werden, die in klimatisch deutlich trockeneren Regionen beheimatet sind. Tatsächlich werden entsprechende Baumarten hierzulande bereits zu Testzwecken angepflanzt. Allerdings ist anschließend eine Menge Geduld gefragt. Denn bis die Bäume ausgewachsen sind, vergeht viel Zeit. Unter Umständen wird daher erst in einigen Jahrzehnten sichtbar werden, ob jetzt vorgenommene Veränderungen tatsächlich die gewünschten Auswirkungen mit sich bringen. Glaubt man den Ausführungen der Expertin, bleibt den Waldbauern aber im Fall der Fichte gar nichts anderes übrig. Zumindest für den Befall mit Käfern gibt es aber ein Patentrezept: Mischwälder haben sich hier in der Vergangenheit als deutlich robuster erwiesen als Monokulturen.


Via: DLF

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