Tumore können teilweise jahrelang im Körper eines Menschen existieren, ohne dass die Betroffenen irgendwelche Symptome bemerken. Früherkennungsuntersuchungen ohne konkreten Anlass gibt es bisher aber nur bei wenigen Krebsarten – etwa bei älteren Menschen für Darmkrebs. Gleichzeitig gilt aber die Regel: Je eher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser stehen die Heilungschancen. Forscher der Fudan Universität in Shanghai haben daher nun einen Bluttest namens „PanSeer“ vorgestellt. Dieser soll Magen-, Darm-, Lungen-, Leber- oder Speiseröhrenkrebs erkennen – und zwar teilweise Jahre bevor die entsprechenden Symptome auftreten. Präsentiert wurden die Ergebnisse im Fachblatt „Nature Communications“. Möglich wurde die Entwicklung durch eine groß angelegte Studie in der chinesischen Stadt Taizhou.


Blutstropfen

Den Forschern stand Blut von rund 100.000 Probanden zur Verfügung

Dort gab es historisch betrachtet eine Häufung von Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Vor einigen Jahren wurde daher eine Untersuchung gestartet, bei der rund 100.000 Probanden im Alter von 25 bis 90 Jahren eine Blutprobe abgaben. Wichtig in diesem Zusammenhang: Das Blut wurde zu einem Zeitpunkt entnommen, an dem bei den Probanden noch keine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Rund vier Jahre später hat sich das Forschungsteam nun die Blutproben von 200 Teilnehmern, bei denen inzwischen eine entsprechende Diagnose gestellt wurde, noch einmal genauer angesehen. Außerdem wurden 200 weitere Blutproben von Patienten analysiert, bei denen eine Krebserkrankung bereits bekannt war. Als Kontrollgruppe dienten 400 weitere Proben von Teilnehmern, die bisher nicht erkrankt sind. Anschließend suchten die Forscher nach typischen epigenetischen Veränderungen.


96 Prozent der gesunden Patienten wurden erkannt

Diese entstehen, weil wachsende Tumoren regelmäßig eigene Zellen in die Blutbahn abgeben. Auf dieser Basis wurde dann der Test namens „PanSeer“ entwickelt. Seine Tauglichkeit musste er schließlich bei der Analyse der Blutproben unter Beweis stellen. Bei den Probanden, die zum Zeitpunkte der Abnahme noch als gesund galten und später eine Krebsdiagnose erhielten, lag die Trefferquote bei 95 Prozent. Umgekehrt wurden 96 Prozent der gesunden Teilnehmer korrekt identifiziert. Theoretisch könnte dieser Wert in den nächsten Jahren sogar noch zulegen, sollten weitere Krebsdiagnosen hinzukommen. Einen gewichtigen Nachteil hat der Bluttest allerdings noch: Bisher trifft er keine Aussage darüber, um welche Art von Krebs es sich handelt. Dies muss bei einem positiven Test auch weiterhin auf klassische Art und Weise herausgefunden werden.

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