Bisher ist der Energiemix des saudischen Königreichs noch eher simpel gestaltet: Er basiert zu beinahe einhundert Prozent auf den fossilen Brennstoffen Öl und Gas. Erst vor rund zwei Jahren wurde überhaupt ein erstes Windrad installiert. Noch geeigneter ist der Wüstenstaat aber eigentlich für die Nutzung der Solarenergie. Diese soll nun tatsächlich massiv ausgebaut werden. Kronprinz Mohammad bin Salman unterzeichnete mit dem japanischen Technologie-Konzern Softbank eine Absichtserklärung über den Bau des mit Abstand weltweit größten Solarkraftwerks. Im Jahr 2030 soll die Anlage eine Kapazität von 200 Gigawatt besitzen und damit mehr Strom produzieren als Saudi Arabien aktuell verbraucht. Ebenso gewaltig sind allerdings auch die Kosten: Die Planer kalkulieren mit 200 Milliarden Dollar, die sich allerdings über mehrere Ausbaustufen verteilen.


Der saudische König unterstützt die Reformen seines Kronprinzen. Foto: Kremlin.ru [CC BY 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0)], via Wikimedia Commons

Die Ölreserven könnten zukünftig komplett exportiert werden

Begonnen werden soll mit dem Bau bereits in diesem Jahr. Die erste Ausbaustufe sieht vor, innerhalb eines Jahres für fünf Milliarden Dollar eine Kapazität von 7,2 Gigawatt zu erreichen. Neben der reinen Energieproduktion wird zudem auch Geld in Fertigungsanlagen investiert. So sollen zukünftig auf dem Gelände auch Solarmodule hergestellt werden. Diese könnten dann exportiert werden. Selbiges gilt für die noch immer reichhaltigen Ölreserven des Landes. Kronprinz Mohammad bin Salman dürfte das Projekt auch deshalb befürworten, weil es die Wirtschaft des Landes breiter aufstellt. So sollen während der Bauphase 100.000 Jobs entstehen. Ein erklärtes Ziel des neuen starken Mannes in Saudi Arabien ist es, mehr Arbeitsplätze außerhalb der Ölindustrie und der staatlichen Behörden zu schaffen. Softbank unterstützt dies durch weitere Investitionen in Milliardenhöhe in dem Land.

Saudi Arabien hat vier große Standortvorteile

Nach Fertigstellung der letzten Ausbaustufe wäre das neue Solarkraftwerk rund einhundert mal größer als die zweitgrößte Anlage dieser Art. Saudi Arabien bringt allerdings auch eine Reihe von Standortvorteilen mit: So besitzt das Land viel freie Fläche, jede Menge Sonnenschein, ausreichend Kapital und verfügt über eine große Reserve an gut ausgebildeten Ingenieuren. Der groß angelegte Einstieg in die Solarenergie ist nicht die einzig Reform, die der Kronprinz angestoßen hat. Auch gesellschaftlich versucht er das Land zu modernisieren. So wurden die Kleidungsregeln für Frauen gelockert und diese dürfen zukünftig auch Sportveranstaltungen besuchen und alleine Autofahren. Klar ist aber auch: Für die Modernisierung des Landes ist eine funktionierende Wirtschaft eine Grundvoraussetzung.


Via: Cleantechnica

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