Aktuell arbeiten verschiedene Firmen daran, den Lastwagenverkehr zu elektrifizieren. Daimler beispielsweise hat den Fuso eCanter auf den Markt gebracht und auch der Tesla Semi hat die ersten Lieferungen bereits erfolgreich ans Ziel gebracht. Der Autozulieferer Bosch hat nun ein Produkt präsentiert, das weiterhin bei Diesel-LKWs zum Einsatz kommt, aber zumindest den Kraftstoffverbrauch reduzieren kann. Die Idee der Ingenieure: Sie haben eine spezielle Achse für Lastwagen-Anhänger entwickelt, die mit einer elektrischen Maschine kombiniert ist. Während des Bremsvorgangs und bei Fahrten den Berg herunter wird so Strom produziert. Dieser kann genutzt werden, um den Dieselverbrauch des Lastwagens zu reduzieren. Am einfachsten ist dies bei Kühltransportern. Denn hier kann der Strom direkt zur Kühlung der Ware verwendet werden.


Die Vorteile: Weniger Lärm und weniger Dieselverbrauch

Bisher wird dafür ein eigener Dieselmotor genutzt, der pro Stunde zwischen zwei und drei Liter des Kraftstoffs verbraucht. Nutzt eine Spedition stattdessen die Bremsenergie des Lastwagens ergeben sich theoretisch Einsparungen von 9.000 Litern Diesel im Jahr. Oder anders ausgedrückt: Die Kosten können um rund 10.000 Euro gesenkt werden. Der Elektromotor hat zudem noch einen zweiten Vorteil: Er macht nicht so viel Lärm wie die bisher genutzten Dieselmotoren. Insbesondere für Supermärkte, die früh am Morgen beliefert werden, kann dies von Bedeutung sein, weil so die Belastung für die Nachbarschaft reduziert wird. Aber auch bei Anhängern ohne Kühlaggregat kann der produzierte Strom sinnvoll genutzt werden. Eine elektrische Unterstützung beim anfahren und beschleunigen sorgt beispielsweise ebenfalls für eine signifikante Reduzierung des Spritverbrauchs.


Ältere LKW-Trailer können einfach nachgerüstet werden

Bisher hat Bosch noch nicht bekannt gegeben, was die Elektro-Achse zur Nutzung der Bremsenergie kosten soll. Allerdings kündigte der Konzern an, dass sich die Investition innerhalb von zwei Jahren amortisieren soll. Demnach läge der Kaufpreis im niedrigen fünfstelligen Bereich. Das Produkt hat zudem einen großen Vorteil: Es kann nicht nur bei neuen Lastwagen verbaut werden, sondern auch bei älteren Modellen vergleichsweise einfach nachgerüstet werden. Für Bosch könnte dies zu einem guten Geschäft werden. Aktuell werden in Deutschland jährlich rund 250.000 LKW-Trailer neu zugelassen. Geht man davon aus, dass diese mehrere Jahre genutzt werden, geht die Zahl der potentiellen Einsatzmöglichkeiten in die Millionen. Jetzt muss der Konzern nur noch die Speditionen von der Sinnhaftigkeit der Investition überzeugen.

Via: Electrek

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