Ein eigener Garten, groß genug für den Anbau von Lebensmitteln – das bleibt für manche Menschen ein unerfüllbarer Traum. Dabei möchte der eine oder andere doch gern mal zu Spaten und Harke greifen, um im Laufe des Jahres selbst produzierte, gesunde Feldfrüchte zu ernten. Im schweizerischen Olten, einer Stadt mit rund 18.000 Einwohnern, hat sich im Jahr 2015 die Initiative »Garten für alle« gegründet, damit sich jeder, der möchte, diesen Traum erfüllen kann.


Zuckermais und Grünkohle aus dem eigenen Garten

 

Jeder Gärtner erhält seine eigene Parzelle

Etwa 30 Oltener haben in vergangenen Sommer ihre Chance wahrgenommen und kräftig gegärtnert. Auf fremdem Boden zwar, aber ohne irgendetwas dafür zu bezahlen und mit dem Recht, die eigenen Erzeugnisse mit nach Hause zu nehmen. Die Grundstücke gehören der Stadt Olten und der Firma Giroud Olma, die sich bereiterklärt hat, sie den Gartenfreunden nur Nutzung zu überlassen. Tobias Vega rief daraufhin den genannten Verein ins Leben und weist nun regelmäßig neue Mitgärtner ein. Jeder erhält seine eigene Parzelle, doch wer mag, kann sein Gebiet – und damit auch seine Ernte – mit anderen teilen.


Das Projekt ist nebenbei auf Wissensaustausch ausgelegt, sodass auch eingefleischte Städter, die nie eine eigene Grünkohlpflanze gezogen haben, genug Handwerkszeug mit auf den Weg bekommen. »Jede, der bei unserem Projekt mitmacht, verbessert es«, sagt Vega dazu. Inzwischen haben sich einige örtliche Schulen eingeklinkt, die das Urban Gardening auf den Stundenplan setzten. Zudem betreut »Garten für alle« eine Wiese mit seltenen Obstbäumen und engagiert sich in einer regionalen Demeter-Gärtnerei.

Das Geld aus der Setzlingbörse fließt zurück in den Garten

Sogar ein »wildes Salatbuffet« gibt es: Wiesensalbei, Löwenzahn und Brennnesseln wuchern hier um die Wette und bieten sich als leckere Vitaminspender an. Außerdem finden regelmäßige Workshops statt, ebenso wie eine Setzlingbörse, die dafür sorgt, dass die Gartenkasse klingelt. Das eingenommene Geld fließt in die Anschaffung von Mutterboden und Werkzeugen, auf finanziellen Gewinn sind die Organisatoren nicht aus. Mittlerweile wachsen sogar schon richtig anspruchsvolle Pflanzen in den neu angelegten Beeten, die allmählich mit Kompost und Humus aufgefüllt wurden. Ein Mutmacher für alle, die ein ähnliches Projekt in der eigenen Gemeinde starten möchten und noch kein passendes Grundstück gefunden haben: Jeder Boden lässt sich irgendwie aufpeppen, sodass er tauglich wird!

Quelle: oltnertageblatt.ch 

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