Hiobsbotschaft: In Deutschland werden bis zum Jahr 2035 voraussichtlich etwa 300.000 Pflegekräfte fehlen! Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergab, dass im Jahr 2020 bereits eine Lücke von 130.000 Mitarbeitern klaffte. Das Land altert rasant, doch der Pflegeberuf erscheint vielen Jüngeren wenig attraktiv. Österreich hat dasselbe Problem, doch können wir mit einem Blick über die Grenze von unseren Nachbarn lernen.


Pflegekräfte sind rar – wie lassen sich Menschen für diesen Beruf gewinnen?

Personalmangel: Im Seniorenheim sind sieben von 55 Zimmern gesperrt

In Österreich fehlen derzeit etwa 2.200 Pflegekräfte. Die Zahl erscheint weniger erschreckend als die deutsche Lücke, doch das Land ist um vieles kleiner. In der österreichischen Gemeinde Kuchl sorgte man sich noch vor kurzem um den Zustand der Pflege. Das örtliche Seniorenheim mit seinen 55 Zimmern musste bereits sieben Zimmer schließen, weil das Personal fehlte. Die vorhandenen Mitarbeiter drohten, auszubrennen, doch Verstärkung war nicht in Sicht – bis jemand in der Kommune einen Geistesblitz hatte: Wie wäre es, den Auszubildenden von Anfang an ein volles Gehalt zu zahlen? Viele liebäugeln mit diesem Beruf, wissen aber nicht, wie sie die Zeit der Lehre finanziell überbrücken sollen, und das wäre die Lösung dafür.

„Wir wollen nicht mehr warten, bis Dornröschen aufgewacht ist“

Nun wirbt Kuchl mit dem Slogan: „Wir wollen nicht mehr warten, bis Dornröschen aufgewacht ist“ um neue Pflegekräfte und darf sich schon über erste Bewerber freuen. Diese dürfen, wenn alles passt, auch den Beginn ihrer Ausbildung und Anstellung sowie das Ausmaß der Arbeitszeiten selbst bestimmen. So können sie sich an den Job herantasten und herausfinden, ob er der richtige für sie ist. Das bestehende Team erhält zeitgleich dazu (hoffentlich) eine tatkräftige Unterstützung. Die erfahrenen Mitarbeiter sollen dem Seniorenheim so länger und glücklicher erhalten bleiben. Wäre eine solche Offensive auch etwas für Deutschland? Zumindest ließen sich damit mehr Interessenten generieren, von denen hoffentlich ein großer Teil im Pflegeberuf bleibt.


Quellen: salzburg.orf.at, statista.com, nachrichten.at, youccom.de

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