Mit intelligenten Einlegesohlen lassen sich quasi nebenbei Bewegungsfehler erfassen, die Läufer Geschwindigkeit kosten und manchen Menschen Rückenschmerzen bereiten. Die Sohle verwandelt jeden Schuh in einen Bewegungsanalysator. Entwickelt wurde sie von Forschern des Stevens Institute of Technology in Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey. Sie integrierten in die Sohle verschiedene Sensoren, die den Druck, die Beschleunigung und Richtungsänderungen registrieren und speichern. Es sind lauter handelsübliche und damit preiswerte Systeme. Pro Sekunde werden 500 Daten erfasst.


Daten werden nach dem Lauf ausgelesen

„Das Beste passiert nach dem Lauf“, sagt Damiano Zanotto, Leiter des Labors für tragbare Elektronik an der Hochschule. Da es unmöglich ist, eine derartige Datenfülle per Hand auszuwerten, nutzt sein Team eine Auswertesoftware, die auf künstlicher Intelligenz basiert. Diese wählt die Daten aus, die für die Analyse wichtig sind und stellt sie übersichtlich in Grafiken dar. „Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Systemen, die enorm viel Rechenleistung benötigen“, sagt Zanotto. Die Rechenleistung eines normalen Laptops reicht dafür aus. „Trotzdem erreichen wir die gleiche oder sogar eine bessere Analysequalität“, so der Forscher. Der Preisfaktor sei entscheidend, wenn es darum geht, größere Stückzahlen zu produzieren.


SportSole soll nur 100 Dollar kosten

SportSole, wie Zanotto das Analysegerät nennt, ermittelt die Schrittlänge und die Verteilung der Belastung über die Fußsohle während des Laufens. Ähnliche Systeme seien wenigstens zehnmal so teuer – SportSole soll 100 US-Dollar kosten. Zudem könnten sie nur im Labor genutzt werden, etwa auf einem Laufband, während die neue Einlegesohle ihre Daten während des ganz normalen Laufs oder Schreitens erfasst.

SportSole könnte eingesetzt werden, um Menschen, die sich auf Grund von Muskelverletzungen oder aus anderen Gründen falsch bewegen und aus diesem Grund körperlich leiden, ein gesünderes Bewegungsmuster anzutrainieren. „Die Technologie könnte aber auch signifikante Vorteile für Athleten bringen, die dadurch neue Möglichkeiten haben, ihre Lauftechnik zu verbessern“, erklärt der Forscher.

Quelle: IEEE Xplore

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