Der Spätsommer gibt noch einmal Vollgas, manch ein wärmeempfindlicher Mensch wünscht sich wahrscheinlich schon den Herbst herbei. Wie muss das erst in wirklich heißen Ländern sein, wo nicht einmal lockere Baumwollkleidung genügt, um einigermaßen über den Tag zu kommen? Ein neuer Bekleidungsstoff leitet die Körperwärme nun viel besser ab als das bekannte Naturmaterial!


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Der kühlende Bekleidungsstoff im Labor / Foto: Stanford University

Kein Hitzestau mehr unter der Kleidung

Entwickelt wurde die neue Textilie von Wissenschaftlern der Stanfort University. Den Forschern fiel auf, dass sehr viele hautfreundliche Designmaterialien den Körperschweiß passieren lassen, jedoch den Wärmedurchgang blockieren, sodass es vor allem bei anstrengenden körperlichen Tätigkeiten zu einem regelrechten Hitzestau kommt. Das ist auch der Grund, warum im Sommer viele Sportler lieber möglichst wenig tragen, als sich zusätzlich noch mit wärmenden Textilien zu belasten. Ein Material musste her, dass Infrarotstrahlung mühelos passieren lässt und trotzdem eine blickdichte Qualität besitzt. Natürlich wünschten sich die Forscher auch eine möglichst effektive Schweißverdunstung für ihre Erfindung, eine Rundum-sorglos-Kleidung für heiße Tage also, die sich vor allem für Sportler und körperlich Tätige eignet.

Im Video könnt ihr euch anschauen, wie der Stoff funktioniert:


Polyethylen als Grundstoff für Kleidung, die Infrarotstrahlen passieren lässt

Ausgerechnet im Polyethylen fanden die Wissenschaftler den passenden Rohstoff für ihr Produkt – demselben Material, aus dem auch Frischhaltefolie besteht! Polyethylen lässt im Grundzustand nämlich bereits problemlos Infrarotstrahlen passieren, die wahre Herausforderung bestand also darin, den Kunststoff so zu verändern, dass er durchlässig für Luft und Feuchtigkeit wird. Ein bereits auf dem Markt vorhandenes Polyethylen, das zwar sichtbares Licht blockiert, aber das Infrarotspektrum hindurchlässt, diente als Grundlage für die neuen Textilien, es wurde auf der Nano-Ebene so weit verändert, dass es atmungsaktive Eigenschaften annahm. Hinzu kommt ein Baumwollnetz als stabilisierende zweite Schicht, damit der Stoff auch den alltäglichen mechanischen Belastungen gewachsen ist. 4 Grad kühler als Baumwolle soll sich die neue Textilie nun anfühlen, vielleicht wird ihre weltweite Verbreitung zu Energieeinsparungen in der Gebäudeklimatisierung führen: Das wäre jedenfalls ein interessanter Nebeneffekt für eine gesündere Umwelt!

Quelle: medgadget.com

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2 Kommentare

  1. Christoph

    3. September 2016 at 22:26

    Naja, ist ja ganz schön. Ich bin auch ziemlich wärmeempfindlich und ich behaupte, dass ich teilweise nacht rumlaufen könnte und würde immer noch schwitzen und jammern.

  2. Jenny Eckhardt

    6. März 2017 at 13:30

    Heutzutage gibt es ja zahlreiche Herstellungsmethoden von Textilien. Vier Grad kühler als Baumwolle sollen diese Textilien sich anfühlen. Es würde so gesehen in mehreren Punkte Vorteile mit sich bringen, wie der hier bereits erwähnte Punkt: Energieeinsparung in der Gebäudeklimatisierung.

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