In Peru gibt es immer noch ganze Landstriche, in denen Armut und Stromlosigkeit herrschen. Wenn es dunkel wird, dann ist es dort auch wirklich finster. Die Arbeit muss ruhen, Hausaufgaben können nicht mehr erledigt werden, die Lebensqualität leidet. Im Dorf Nuova Saposoa hat es nun eine Revolution gegeben, dort dienen Pflanzen und Mikroben als grüne Energiespender.


Von Sascha Grabow <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.saschagrabow.com">www.saschagrabow.com</a> - <span class="int-own-work" lang="de">Eigenes Werk</span>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0" title="Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0">CC BY-SA 3.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13377777">Link</a>
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Ganz normale regionale Pflanzen dienen als Stromlieferanten

Die praktische Lösung fand sich im Rahmen eines Uni-Projektes: Lehrende und Studierende der  Universität für Ingenieurswesen und Technologie in Peru zerbrachen sich eine Weile den Kopf, bis sie die sogenannte „pflanzenbetriebene Lampe“ erfunden hatten. Ganz normale regionale Gewächse, die sich überall in der Umgebung finden lassen, dienen als Stromproduzenten, allerdings nur im Zusammenspiel mit den passenden Erdmikroben. Teure und zugleich schmutzige Dieselgeneratoren sind nun nicht mehr nötig, um die Gemeinde des Abends in hellem Licht erstrahlen zu lassen. Die Menschen nehmen die neue Beleuchtung dankbar an.

Mikroben erzeugen Elektronen, die sich an einer Elektrode anlagern

Wie funktionieren die besagten grünen Lampen? In einer mit Erdboden angefüllten Holzkiste wächst eine Pflanze, die natürlich Fotosynthese betreibt. Sie benötigt zum Leben nichts weiter als Sonnenlicht, Kohlendioxid aus der Luft und hin wieder ein paar Tropfen Wasser. Aus dem Wasser und dem Kohlendioxid produziert die Pflanze Kohlenhydrate, die ihrer Ernährung dienen. Organische Abfallstoffe aus diesem Prozess landen in der Erde, wo sich Millionen von Mikroben tummeln. Diese verdauen die Pflanzenausscheidungen und setzen dabei Elektronen frei. Eine Elektrode im Erdreich zieht diese Elektronen an und nutzt die Elektrizität, um die daran angeschlossene Lampe zu betreiben. Moderne LEDs mit extrem niedrigem Strombedarf machen es möglich, dass dieser Ablauf tatsächlich funktioniert! Die alte Glühbirne wäre dazu nicht geeignet gewesen, sie hätte einfach zu viel Energie gebraucht, um auch nur ein ganz kleines bisschen zu leuchten.


Diese Erfindung ist ein toller Coup, denken wir! In Nuova Saposoa profitieren tagtäglich 37 Familien von diesen umweltfreundlichen, kostengünstigen Lampen, die nicht wie die vorher genutzten Gaslampen giftige Stoffe ausdünsten. Und wer weiß, was aus dieser Idee noch alles wird, entwickelt man sie weiter und nutzt sie für innovative neue Zwecke.

Quelle: connectiv.events

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