Der Markt für Fahrräder wächst aktuell besonders schnell im Bereich der Pedelecs. Insbesondere ältere Menschen setzen gerne auf die Unterstützung eines Elektromotors, um konstant die gewünschte Geschwindigkeit zu erreichen. Doch die Räder haben auch Nachteile. So sind sie durch den integrierten Akku vergleichsweise schwer, die Reichweite ist oftmals recht begrenzt und es müssen lange Ladezeiten eingeplant werden. Eine Idee zur Lösung dieser Probleme hat die französische Firma Pragma Industries nun auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas präsentiert: Das H2Bike Alpha genannte Elektrofahrrad produziert den benötigten Strom selbst mithilfe einer Brennstoffzelle. Der dafür benötigte Wasserstoff wird ebenfalls mitgeführt und befindet sich in einem in den Rahmen integrierten Speicher.


Das Design ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, die Technologie soll aber überzeugen. Bild: Pragma Industries

Nach 100 Kilometern muss eine Zwei-Minuten-Pause eingelegt werden

Zur Zwischenspeicherung des produzierten Stroms existiert zudem noch ein 150-Wh-Lithium-Ionen-Akku. Dieser stellt sicher, dass die elektrische Unterstützung immer sofort zur Stelle ist, sobald sie benötigt wird. Die Leistungsdaten des Wasserstoff-Rads brauchen sich nicht hinter herkömmlichen Pedelecs zu verstecken. Je nach nationaler Gesetzeslage wird die Spitzengeschwindigkeit ebenfalls bei 25 oder 32 Stundenkilometern liegen. Die Reichweite von rund 100 Kilometern ist zudem recht beeindruckend. Für die Kunden aber besonders vorteilhaft: Das Nachfüllen des Wasserstoffs dauert lediglich rund zwei Minuten. Anschließend kann die Fahrt ohne weitere Verzögerungen fortgesetzt werden. Im Grunde kann man also sagen: Das Wasserstoff-Fahrrad bringt ähnliche Vorteile mit sich wie die – vor allem von Toyota propagierten – Brennstoffzellen-Autos.

Die Wasserstoff-Tankstelle wird direkt mitgeliefert

Hier wie dort stellt sich aber die Frage nach der benötigten Infrastruktur. Denn eine Steckdose ist fast überall vorhanden – was man von Wasserstofftankstellen nicht gerade behaupten kann. Die Manager von Pragma Industries haben sich daher für eine klare Fokussierung der Zielgruppe entschieden. So wird das Wasserstoff-Rad nicht direkt an Privatkunden verkauft. Stattdessen werden vor allem öffentliche Verwaltungen und Bike-Sharing-Firmen in den Blick genommen. Diese können die hohen Anschaffungskosten vermutlich deutlich besser kompensieren. Im Lieferumfang enthalten ist dann auch die benötigte Wasserstoff-Tankstelle. Der Clou: Befüllt werden muss sie lediglich mit Wasser. Anschließend produziert die Tankstelle daraus mittels Elektrolyse selbstständig den benötigten Wasserstoff. So soll der Betrieb auch für Laien möglich sein.


Via: Pragma Industries

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2 Kommentare

  1. werner

    10. Januar 2019 at 16:10

    Aha, da wird dann aus elektrischem Strom mit bescheidenem Wirkungsgrad Wasserstoff erzeugt, der dann unter Aufwendung von Strom komprimiert oder verflüssigt werden muss, um dann in einer Brennstoffzelle verstromt zuwerden, damit er einem Akku gespeichert werden kann. Energieverlust: Hoch.
    Warum nicht gleich eine Brennstoffzelle, die mit handelsüblichem Butan/Propan (Feuerzeug- oder Grillgas) z.B. aus Kartuschen bedient wird? Reichweite auch hoch, Verfügbarkeit auch (gibt’s an jeder Tankstelle, im Baumarkt, Outdoorladen, Kiosk etc.), Energieverlust: gering.

  2. Konstantin B.

    11. Januar 2019 at 11:45

    @ Werner – sie haben meiner Meinung voll Recht, dieses Ungetüm mit komplexen, hochtechnischen „Gedärm“ ist die gleiche Logik wie ein übermoterisiertes, modernes Verbrennungsfahrzeug. – Rohöl muss mit viel Energie geborgen werden. Dann muss es aufwendig mit Schiffen über die halbe Erdkugel in die Raffinien gebracht werden, um dann mit hohen Energieverbrauch Benzin/Diesel zu produzieren um diesen dann mit schweren LKWs nochmals an die Tankstellen zu lieferen und dann mit einem Elektropumpe wieder in ein Auto zu bringen… Diese dunkle Ziffer (Bilanz) wird sooft außer acht gelassen/ oder mit Absicht 🙂 . Man müsste Batterien weiter verbessern, vielversprechend sind solche Ansätze https://www.trendsderzukunft.de/silicon-x-dieses-material-soll-die-kapazitaet-von-akkus-verfuenffachen/ … Dann kann man alle anderen Konzepte mit komplizierten gedönns in die Tonne schmeißen und diese ins Reich des Absurden verbannen. Übrigens könnten wir hier in Deutschland ganz schnell synthetischen Benzin/Diesel herstellen. Der würde teuerer sein aber wenn die Minianalölsteuer geringfügig verringert würde hätte man ein lokalen Sprit der aus der Synthes Wasser Luft und Energie ->Windkraft erzeugt werden könnte… Aber so was will man doch nicht 🙂 Da verdienen viele kleine aber nicht die Multis/Regierung 😀 (Meine Meinung).

    Außerdem sieht dieses Fahrrad selten dämlich aus.

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