Sogenannte organische Solarzellen bringen theoretisch eine Reihe von Vorteilen mit sich. So sind sie deutlich leichter als die klassischen Solarmodule auf Siliziumbasis. Außerdem liegt die Lebensdauer bei teilweise mehr als zwanzig Jahren. Die Zellen sind also vergleichsweise langlebig. Bisher allerdings ist die Technik noch nicht großflächig zum Einsatz gekommen. Dies liegt an zwei Problematiken. Zum einen ist der Wirkungsgrad der Zellen vergleichsweise niedrig. Mit Werten zwischen zehn und fünfzehn Prozent ist man hier weit von den klassischen Solarmodulen entfernt. Außerdem müssen noch einige Fragen in Sachen Materialforschung gelöst werden, um eine Massenproduktion zu ermöglichen. Inzwischen scheint man hier aber auf einem guten Weg zu sein. Denn das deutsche Startup Heliatek hat nun angekündigt, noch in diesem Jahr mit der industriellen Herstellung beginnen zu wollen. Ähnliches hat auch der japanische Konzern Ricoh verlauten lassen.


Bild: Heliatek

Die neuartigen Solarpanels können sehr flexibel eingesetzt werden

Vereinfacht ausgedrückt werden organische Solarzellen produziert, indem das photovoltaische Material auf einen bestimmten Untergrund gedruckt wird. Dadurch erhalten die Solarzellen durchaus interessante Eigenschaften. Handelt es sich beispielsweise um einen biegsamen Kunststoff, dann ist auch das so konstruierte Solarmodul biegsam. Das deutsche Startup Heliatek will nun jährlich zunächst rund 600.000 Quadratmeter an organischen Solarzellen herstellen. Später soll die Menge dann auf bis zu 1,1 Millionen Quadratmeter pro Jahr erhöht werden. Die so produzierten Solarmodule können extrem flexibel eingesetzt werden. So verlieren sie etwa auch in Innenräumen nicht an Effizienz. Sie eignen sich daher hervorragend, um Smart-Home-Systeme mit nachhaltigem Strom zu versorgen. Das geringe Gewicht macht zudem den Einsatz an Standorten möglich, die keine schweren Solarmodule tragen können. Theoretisch bringen die organischen Solarzellen also das Potenzial mit sich, die Menge an erzeugtem Solarstrom in Deutschland deutlich zu steigern.

Organische Solarmodule kommen ohne Schadstoffe aus

Befördert werden soll dies zudem durch die geringen Kosten. Diese sollen durch die industrielle Produktion deutlich sinken und bei etwa der Hälfte der Silizium-Variante liegen. Interessant könnte zudem sein, dass die neuartigen Solarpanels in verschiedenen Farben gedruckt werden können. Dies könnte theoretisch auch Hausbesitzer überzeugen, die sich aus optischen Gründen bisher gegen die Installation von Solarmodulen entschieden haben. Außerdem lassen sich die Solarzellen so besser in Designobjekte integrieren. Auch die Umwelt könnte von der neuen Technologie profitieren. Denn die organischen Solarzellen machen ihrem Namen alle Ehre und enthalten keine Schadstoffe. Wie bei jedem neuen Produkt muss nun aber zunächst abgewartet werden, wie sich der Markt entwickelt und ob sich tatsächlich ausreichend Käufer finden. Die meisten Experten gehen in den nächsten Jahren allerdings tatsächlich von einem starken Wachstum aus. Davon würde dann auch Heliatek als Branchenpionier profitieren.


Via: Nikkei

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