Die künstliche Intelligenz bringt ein gewaltiges Potential mit sich und ermöglicht es Robotern, erstaunliche Fähigkeiten zu erlernen. Bisher allerdings arbeitete jede Maschine für sich. Wenn also beispielsweise einhundert Roboter die selben Fertigkeiten beigebracht werden sollten, mussten alle den selben Weg des Lernens beschreiten. An der „Munich School of Robotics and Machine Intelligence“ wurde nun allerdings ein neues Verfahren entwickelt. Die Vorgehensweise gleicht ein wenig dem „Train-the-Trainer“-Ansatz aus der menschlichen Weiterbildung. Die Forscher bringen also nur einem Roboter etwas bei – und dieser teilt die neue gewonnene Fähigkeit dann mit weiteren computergesteuerten Maschinen. Erstmals können Roboter damit kollektiv lernen. Der Ansatz könnte dazu führen, dass die Maschinen zukünftig deutlich schneller neue Fähigkeiten erwerben können als der Mensch.


Alle 37 Roboter lernten eine Tür mit dem Schlüssel zu öffnen

Soweit die Theorie. In der Praxis wurde das Projekt durch ein Experiment in München der Öffentlichkeit präsentiert. Zentrales Element waren insgesamt 37 Roboter. 13 von ihnen standen in der Pinakothek der Moderne, zwölf in der neuen „School of Robotics“ und der Rest bei Vodafone in Düsseldorf. Einem Roboterarm wurde dann beigebracht, eine Tür mithilfe des dazu passenden Schlüssels zu öffnen. Auf den ersten Blick erscheint diese Aufgabe nicht all zu schwierig zu sein. Tatsächlich handelt es sich aber noch um eine sehr komplexe Übung für einen Roboter. Ein menschlicher Mitarbeiter nahm den Arm daher in die Hand und zeigte ihm die notwendigen Bewegungen. Nach einiger Zeit konnte die künstliche Maschine den Vorgang dann selbstständig wiederholen. Der Clou: Auch die 36 anderen vernetzten Roboter meisterten die Aufgabe anschließend – und zwar ohne dass ihnen ein Mensch die Bewegungen gezeigt hätte.


Kritiker warnen vor den Gefahren des Ansatzes

Die Initiatoren des Projekts sprechen bereits von einem Meilenstein in Sachen Vernetzung von Robotik und künstlicher Intelligenz. Die ersten Kritiker sind allerdings auch bereits auf den Plan getreten. Denn natürlich können auf diese Weise nicht nur gute und sinnvolle Fähigkeiten schnell und effizient weitergegeben werden. Auch der Aufbau einer Roboterarmee für den Kampfeinsatz lässt sich dadurch enorm beschleunigen. Besonders gefährlich wäre dies, wenn Roboter eines Tages in der Lage sein sollten, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Soweit sind wir allerdings noch lange nicht. Aktuell betonen die meisten Experten vor allem die Vorteile. So könnten spezielle Roboter beispielsweise helfen, den Pflegenotstand in Deutschland zu lindern, indem sie dem menschlichen Personal einige Aufgaben abnehmen.

Via: FAZ

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