In den letzten Jahren ist es deutlich einfacher und preiswerter geworden, einen Satelliten ins All zu schicken. Dies hat zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet. Folgerichtig gehen Experten davon aus, dass dieser Markt in den nächsten Jahren stark wachsen wird. Auch zahlreiche deutsche Firmen sind auf dem Gebiet vertreten und teilweise weltweit führend. Bisher müssen sie für Raketenstarts allerdings ins Ausland ausweichen. Denn Deutschland verfügt über keinen eigenen Weltraumbahnhof. Geht es nach dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) soll sich dies allerdings bald ändern. Denn der Verband übt Druck auf die Politik aus und fordert noch in diesem Jahr eine grundlegende Entscheidung. Nur so könne Deutschland von dem Wachstum im Markt für kleine Satelliten profitieren.


Der europäische Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana soll durch eine Anlage in Deutschland ergänzt werden. Foto: Jef-Infojef (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Der Staat soll den Betrieb der Plattform übernehmen

Allerdings dürfte es schwierig sein, ein Gebiet zu finden, in dem keine Anwohner durch den Betrieb des Weltraumbahnhofs gestört werden. Deshalb schlägt der BDI einen anderen Ansatz vor: Um die strengen Auflagen an Land zu umgehen, soll eine mobile Plattform in der Nordsee errichtet werden. Noch unklar ist allerdings, wer den Bau und Betrieb finanzieren soll. Für ein privates Unternehmen dürfte ein solches Investment deutlich zu risikoreich sein. Zumal es bisher kaum Erfahrungswerte gibt. Der BDI schlägt daher eine andere Lösung vor: Ähnlich wie in den Vereinigten Staaten soll der Bund den Weltraumbahnhof bauen und anschließend für die Nutzung eine Gebühr verlangen. Als Vorbild könnte dabei der legendäre Raketenstartplatz Cape Canaveral in Florida dienen. Dieser gehört dem Staat wird aber auch regelmäßig von SpaceX für Raketenstarts angemietet.

Die tatsächliche Nachfrage soll nun erfasst werden

Die Bundesregierung ist einem solchen Projekt gegenüber nicht vollständig abgeneigt. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums betonte allerdings, dass zunächst die Industrie ihre Hausaufgaben machen müsse. So habe man darum gebeten, dass zunächst die tatsächliche Nachfrage identifiziert werde. Darauf aufbauend könnte dann die Wirtschaftlichkeit einer mobilen Plattform in der Nordsee berechnet werden. Dies wiederum ist die Voraussetzung für erste konkrete Pläne. Erst wenn diese vorliegen, will die Politik dann entscheiden, ob eine staatliche Unterstützung möglich ist. Denkbar wäre es auch, das Projekt im europäischen Rahmen zu realisieren. So existiert schon heute ein gemeinsam genutzter europäischer Weltraumbahnhof für große Raketen und Satelliten in Französisch-Guayana.


Via: Die Welt

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