Man muss schon viel Fantasie haben, um ausgerechnet Karotten und Beton zu mischen und sich daraus ein gutes Ergebnis zu erhoffen. Wissenschaftler an der Lancaster University sind mit einer solchen Fantasie gesegnet, wurden aber vom Effekt ihrer Mischung selbst überrascht. Der Beton wurde nicht nur effizienter und damit klimafreundlicher, wie sie erhofften. Er avancierte auch zum Energiespender.


Von <a href=“//commons.wikimedia.org/w/index.php?title=User:Kander&amp;action=edit&amp;redlink=1″ class=“new“ title=“User:Kander (page does not exist)“>Kander</a> – <span class=“int-own-work“ lang=“de“>Eigenes Werk</span>, Gemeinfrei, Link

Die Karottenfasern sollen als Mini-Wasserspeicher dienen

Zement bildet den wichtigsten Inhaltsstoff des Betons, und bei seiner Produktion kommt es zur Freisetzung großer Mengen Kohlendioxids. Der Beton an sich ist und bleibt der beliebteste Baustoff der Erde, sodass wir hier kein kleines Problem vor uns haben. Die britischen Forscher störten sich daran, dass im regulären Zement nicht alle enthaltenen Teilchen ausreichend Wasser annehmen, darunter leidet die natürliche Bindewirkung. Da Karottenfasern flüssigkeitsbindend sind, sollten sie als winzige Wasserspeicher beigemischt werden und so noch unerreichte Partikel versorgen. Die Fasern fallen als Abfallprodukt bei der Herstellung von Babynahrung an, es kommt also zu keiner Lebensmittelverschwendung.

Praktischer Nebeneffekt: Bei Druck emittiert der Karottenbeton Energie

Aus den Fasern stellten die Forscher feine Nano-Plättchen her und mischten diese dem Zement bei. Tatsächlich band das Material nun effektiver ab und war nach der Aushärtung stabiler als normal. „Das hatten wir vorher noch nie beobachtet und es ist wirklich eine beeindruckende Entdeckung“, äußerte sich einer der Wissenschaftler. Doch das ist noch nicht alles: Unter Druck emittiert der Karottenzement Energie, der auf Brücken vielleicht genutzt werden könnte, Luftsensoren oder kleine Lampen zu betreiben, während die Fahrzeuge darüberfahren.


Weitere Nutzungsmöglichkeit: frühe Schadenserkennung

Eine weitere Nutzungsmöglichkeit besteht darin, die Stromspannung zu messen, um frühzeitig Risse im Beton zu erkennen: Eine automatische Qualitätskontrolle also, die es erlauben würde, frühzeitig einzugreifen, wenn erste Schäden entstehen. Das Forschungsprojekt erhielt finanzielle Förderung vom EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 und dauerte zwei Jahre an.

Quelle: techandnature.com

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