Die meisten Elektroautos in Deutschland fahren mit einem Lithium-Ionen-Akku, der regelmäßig aufgeladen werden muss. Theoretisch kann der Elektromotor aber auch mithilfe einer im Fahrzeug verbauten Brennstoffzelle angetrieben werden. Dies bringt zwei große Vorteile mit sich: Die Reichweite ist deutlich höher als bei den bisher genutzten Akkus und es muss lediglich von Zeit zu Zeit Wasserstoff getankt werden – was deutlicher schneller geht als der Stopp an einer Ladestation. Allerdings ist der Aufbau der benötigten Infrastruktur auch extrem teuer. Als einziger der großen Autohersteller weltweit setzt Toyota dennoch massiv auf die Entwicklung von Fahrzeugen mit Brennstoffzelle. Warum dies so ist, begründete Toyota-Motorentwickler Gerald Killmann nun in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.


Toyota Mirai
Toyota Mirai

Unterschiedliche Antriebe für unterschiedliche Nutzungsszenarien

Demzufolge geht der Konzern zunächst einmal von der Annahme aus, dass sich in Zukunft – anders als beim Verbrennungsmotor in der Vergangenheit – nicht eine Antriebstechnik alleine durchsetzen wird. Vielmehr werden sich für verschiedene Nutzungsarten auch unterschiedliche Technologien etablieren. So dürften Menschen mit niedrigem Einkommen, die ihr Auto für lange Strecken mit geringen Standzeiten benötigen, noch vergleichsweise lange auf Autos mit Dieselmotor setzen. Wer hingegen täglich lediglich eine kurze Strecke zur Arbeit pendelt, setzt wahrscheinlich auf ein Hybrid- oder Elektroauto. Toyota hat aber auch schon Zielgruppen identifiziert, für die die Brennstoffzelle die beste Lösung ist. Ein Beispiel: Der Taxiunternehmer. Er kann auf diese Weise seine Betriebskosten senken, ohne das Fahrzeug regelmäßig zum Aufladen aus dem Verkehr ziehen zu müssen.

Der Ausbau der Infrastruktur muss gemeinsam erfolgen

Ähnliches gilt auch für Lastwagen, die schwere Lasten über lange Strecken transportieren. Die Beispiele zeigen: Zunächst einmal dürfte der Wasserstoff-Antrieb vor allem für gewerbliche Kunden interessant sein. Genau dies könnte aber auch zum Vorteil werden. Denn die Unternehmen dürften sich dadurch auch am Aufbau der entsprechenden Infrastruktur beteiligen – eine Aufgabe, die Toyota alleine nicht stemmen kann. Später einmal könnten diese Investitionen dann das Grundgerüst bilden für ein landesweites Netz an Wasserstofftankstellen. Es zeigt sich also: Noch ist völlig unklar, welche Technik sich bei Elektrofahrzeugen letztlich durchsetzen wird. Der chinesische Autobauer Nio hat zudem zuletzt einer alten Idee wieder Leben eingehaucht: Das Unternehmen will die Akkus innerhalb weniger Minuten schlicht austauschen.


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2 Kommentare

  1. Jens

    12. Dezember 2018 at 13:12

    „Als einziger der großen Autohersteller weltweit setzt Toyota dennoch massiv auf die Entwicklung von Fahrzeugen mit Brennstoffzelle.“

    Was für ein Quatsch! Das tut Mercedes schon lange und intensiv! Ich verliere das Vertrauen in eure Inhalte, wenn solche schlecht recherchierte Nachrichten weiter verbreitet werden.

  2. Joachim

    12. Dezember 2018 at 14:05

    Na ja, Jens. Daimler investiert nun 20 Milliarden in Batteriezellen. Das scheint mir ein ganz anderes Volumen als bei den Brennstoffzellen zu sein.

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