In einigen Stadtvierteln Barcelonas hat sich die Welt förmlich auf den Kopf gestellt: Wo früher die für eine Großstadt üblichen Staus herrschten, der Autolärm Tag und Nacht nicht verebbte, befinden sich heute Grünflächen und spielende Kinder. Ein neues Verkehrskonzept hat dafür gesorgt, dass die Menschen wie in einer Art Dorf leben können, und zwar in sogenannten »Superblocks«.


Von Felix KönigEigenes Werk, CC BY 3.0, Link

Eine schöne Idee für mehr städtische Lebensqualität

Das Wort »Superblock« klingt erst einmal gar nicht mal so idyllisch, doch dahinter verbirgt sich eine schöne Idee für mehr städtische Lebensqualität. In Barcelona fassten die Stadtplaner immer ungefähr 9 Häuserblocks zu einem großen Block zusammen – und das funktionierte deshalb ganz leicht, weil die Stadt an vielen Stellen schachbrettartig konzipiert ist. Der Durchgangsverkehr darf nur noch um die Superblocks herumfahren und keinesfalls mehr hinein. Falls sich doch mal jemand in die Sperrzone verfährt, darf dessen Wagen immer nur links abbiegen und wird so ganz schnell wieder hinausgeleitet. Außerdem gilt innerhalb des Superblocks Tempo 10, freigegeben sind diese Straßen ausschließlich für Anwohner und Lieferanten.

Große Kreuzungen wurden zu Spielplätzen umfunktioniert

Innerhalb der Superblocks hat sich vieles geändert: Die Straßen sind zu Begegnungsstätten geworden, überall stehen Bänke und es grünt und blüht dort, wo einmal Parkplätze waren. Der »Urban Mobility Plan of Barcelona«, der von 2013 bis 2018 umgesetzt wurde, sah dieses Konzept vor, das wir heute in Realität vor uns sehen. Radfahrer und Fußgänger genießen innerhalb der Superblocks Vorrang, Autofahrer müssen sich zurückhalten. Große Kreuzungen gibt es nicht mehr, sie wurden zu Spiel- und Bolzplätzen umfunktioniert. Die Fuß- und Fahrradwege befinden sich aktuell im Ausbau, damit soll es den Bewohner erleichtert werden, auf ihr Auto zu verzichten. Was in Barcelona funktioniert, ist natürlich nicht immer 1 zu 1 auf deutsche Städte übertragbar, aber an einigen Stellen könnten die Superblocks auch hier funktionieren. Vielleicht in Kombination mit weiteren Verkehrskonzepten.


Quelle: businessinsider.de

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