Seit längerem steigen die Werte für Treibhausgas in der Atmosphäre kontinuierlich an. Ein wesentliches Ausbremsen oder gar eine Umkehr dieses Trendes ist nicht in Sicht. Auch aktuell setzt sich der Anstieg weiter fort – und das trotz der weltweiten Corona-Einschränkungen. Das CO2-Jahresmittel 2019 erreichte mit 410,5 parts per million ein Rekordhoch. 2020 geht es so weiter, wie ein Bericht der World Meteorological Organization (WMO) zeigt.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Neue Rekordwerte für 2020 erwartet

Seit Jahren gibt es immer wieder Meldungen über neue Treibhausgas-Rekordwerte in der Atmosphäre. Egal ob CO2, Methan, Lachgas oder andere Treibhausgase: Die Konzentrationen steigen Jahr für Jahr weiter. Auch die Corona-Pandemie 2020 hat daran nur wenig geändert. Auch wenn die Emissionen in der ersten Jahreshälfte um um Schnitt acht Prozent gesunken sind, reicht diese historische Senke nicht aus, um dem Aufwärtstrend der Treibhausgase Einhalt zu gebieten. Dies bestätigt nun auch der Jahresbericht der WMO.

Die Treibhausgas-Bilanz der WMO basiert zwar auf den Werten aus 2019, zeigt aber auch die Trends für 2020. Nach den vorliegenden Daten haben die CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre im Mittel erstmals den Wert 410,5 parts per million erreicht. was einen Anstieg um 2,6 ppm im Vergleich zu 2018 darstellt. Verglichen mit dem präindustriellen Wert von 278 ppm beträgt der Anstieg 148 Prozent. Die jährliche Anstiegsrate liegt nun bei 0,64 Prozent und hat sich ebenfalls erhöht. „ Wir haben die globale Schwelle von 400 ppm im Jahr 2015 überschritten. Und nun, nur vier Jahre später, haben wir auch 410 ppm erreicht. Eine solche Steigerungsrate haben wir in der Geschichte unserer Aufzeichnungen noch nie gesehen“, so Petteri Taalas, Generalsekretär der WMO.


Corona bringt kaum Erleichterung

Die ersten Messwerte zeigen auch für 2020 einen weiter ansteigenden Trend. Die CO2-Werte für September an der Referenz-Messstation auf dem Mauna Loa auf Hawaii betrugen 411,3 ppm – fast drei ppm mehr als im Vorjahr.

Auch Corona brachte nur eine kleine Erleichterung. Der Treibhausgas-Ausstoß sank zwar kurze Zeit um ca. 17 Prozent, aber im globalen Mittel werden es voraussichtlich lediglich zwischen 4,2 und 7,5 Prozent weniger Emissionen als 2019 sein. „ Im globalen Maßstab ist dies nicht genug, um die atmosphärischen CO2-Konzentrationen zu senken“, erklärt die WMO. Die Experten schätzen, dass die Corona-Pandemie den Anstieg der Treibhausgase höchstens um 0,08 bis 0,23 ppm ausbremsen kann – das ist kaum der Rede wert.

Seit 1990 hat der Strahlungsantrieb, der als Maß für den Treibhausgaseffekt gilt, um 45 Prozent zugenommen. Vier Fünftel dieser Zunahme sind auf CO2 zurückzuführen. Aktuell liegt die Menschheit auf Kurs für das Worst-Case-Szenario des Weltklimarats IPCC.

via WMO

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