Nicht jede Maßnahme in Sachen Umwelt- und Klimaschutz erreicht auch ihre gewünschte Wirkung. Ein Beispiel dafür ist die Biokraftstoff-Richtlinie der Europäischen Union aus dem Jahr 2003. Diese folgte eigentlich einer guten Idee: Anstatt mit dem Auto nur fossile Treibstoffe zu verbrennen, sollte zumindest ein Teil durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Dies führte aber zu der kuriosen Situation, dass auch Soja- und Palmöl in den Tanks von Autos mit Dieselmotor landete. Die Klimabilanz ist dann allerdings katastrophal. So hat eine Studie ergeben, dass Sojaöl rund doppelt so klimaschädlich ist wie klassischer Diesel. Bei Palmöl ist die Belastung sogar dreimal so hoch. Die EU-Kommission hat daher nun beschlossen: Ab dem Jahr 2030 gilt Palmöl nicht mehr als geförderter Biokraftstoff.


Palmöl bringt gleich drei große Probleme mit sich

Problematisch ist die Nutzung von Palmöl vor allem, weil für die Plantagen oftmals wertvoller Regenwald gerodet wird. Eine Untersuchung hat nachgewiesen, dass auf rund der Hälfte der Anbaufläche vorher Rodungen stattgefunden haben. Weil Bäume aber CO2 aufnehmen und wie eine Art natürlicher Speicher wirken, stellt dies für das Klima ein gewaltiges Problem dar. Hinzu kommt: Auch die Artenvielfalt leidet unter den künstlich angelegten Monokulturen. Aber auch Palmöl, das auf nicht gerodeten Flächen angebaut wird, steht in der Kritik. Denn dadurch wird die Diskussion um „Tank oder Teller“ befeuert. Oder anders ausgedrückt: Es werden Flächen verbraucht, die andernfalls für den Anbau von Lebensmitteln genutzt werden könnten. Insbesondere die Initiative „Not in my Tank“ hatte daher auf eine Änderung der Biokraftstoff-Richtlinie gedrängt.


Frankreich hat ein noch früheres Ende beschlossen

Nun wurde die Forderung erfüllt. Umweltschützer weisen allerdings noch auf zwei kritische Punkte hin. Zum einen ist die Übergangsphase bis zum Jahr 2030 extrem lang. Dies geschah wohl vor allem auf Druck der Herstellerstaaten. So hat Malaysia etwa schon Konsequenzen angekündigt, sollte der Import von Palmöl unterbunden werden. Gleichzeitig steht es den Mitgliedsstaaten auch frei, selbst ein früheres Ende zu beschließen. So wird in Frankreich schon ab dem Jahr 2020 kein Palmöl mehr für den Autotank verwendet. Die Neuregelung der EU sieht zudem noch einige Ausnahmen für kleine Plantagen und für den Anbau auf zuvor ungenutzten Flächen vor. Hier befürchten Umweltschützer ein mögliches Schlupfloch. Theoretisch wäre es aber noch möglich, dass das Europäische Parlament diese Ausnahmen wieder streicht.

Via: Newmobility

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