In den 1930er Jahren besann sich Irland auf eine im eigenen Land existierende Ressource: Torf aus den zahlreichen Mooren der Insel wurde zur Energiegewinnung genutzt. Dies brachte gleich zwei große Vorteile mit sich. Zum einen entstanden durch den neuen Industriezweig wichtige Arbeitsplätze. Zum anderen verringerte sich aber auch die Abhängigkeit von teuren Ölimporten. 1964 wurde daher sogar ein eigenes Gesetz verabschiedet, um den Torfabbau zu fördern. Damals entstand auch das halbstaatliche Unternehmen Bord na Móna, das die meisten aktiven Torfmoore betreibt. Doch nun kündigte der Konzern den Ausstieg an: Schon in sieben Jahren soll gar kein Torf mehr zur Energiegewinnung genutzt werden. Aus Sicht des Klimas ist dies eine gute Nachricht. Denn Torf bringt weniger Energie mit sich als Kohle, setzt aber sogar noch mehr CO2-Emissionen frei.


Bild: Gemeinfrei

Renaturierte Moore könnten CO2 aufnehmen

Der Kampf gegen den Klimawandel wurde daher auch als Begründung für das Ende des einheimischen Abbaus in Irland genannt. Umweltschützer zweifeln allerdings an den Absichten des Konzerns. Denn bisher sehen die Planungen vor, dass der Torfabbau einfach aufgegeben wird und die Moore wieder sich selbst überlassen werden. Dies allerdings widerspricht der angekündigten Zielsetzung. Denn auch nicht mehr aktiv genutzte Torfmoore stoßen noch im großen Stil Kilmagase aus. Eigentlich wäre daher eine Bewässerung und Renaturierung notwendig, wodurch dann sogar zusätzliches CO2 gespeichert werden könnte. Davon will der Konzern – der inzwischen 60 Prozent seiner Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien gewinnt – bisher aber nichts wissen. Das Ende des industriellen Torfstechens dürfte also eher wirtschaftliche Gründe haben.

Irland hinkt den eigenen Klimaschutzzielen hinterher

Diese Konstellation lässt sich durchaus auch auf das ganze Land übertragen. Denn Irland hat zwar angekündigt, durch massive Investitionen zu einem Vorreiter in Sachen Klimaschutz werden zu wollen. Bisher ist man von den vereinbarten Zielen aber noch weit entfernt. In Sachen CO2-Ausstoß pro Kopf kommt die Insel auf den dritthöchsten Wert innerhalb der EU. Die Reduzierungsziele für die Jahre 2020 und 2030 dürften zudem deutlich verpasst werden. Dies räumt inzwischen sogar Umweltminister Richard Bruton ein. Die Regierung hat daher vor einiger Zeit angekündigt, die Steuer auf CO2-Emissionen anzuheben. Bisher folgte allerdings auch auf diese Ankündigung noch keine konkrete Tat. Vielleicht rücken stattdessen nun die Moore des Landes in den Fokus der Klimaschutzbemühungen.


Via: The Guardian

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