Bei den Bemühungen um einen wirksamen Klimaschutz stehen aktuell zwei Sektoren im Vordergrund: Der Verkehr mit der immer weiter voranschreitenden Elektrifizierung sowie die Energiebranche mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien. Beide Entwicklungen sind tatsächlich von entscheidender Bedeutung, wenn es der Menschheit gelingen soll, die Erderwärmung wirksam zu begrenzen. Eine neue Studie von Forschern der „University of Oxford“ zeigt nun aber: All dies wird nicht ausreichen, wenn es gleichzeitig nicht auch bei der Produktion und dem Verzehr von Nahrungsmitteln zu Veränderungen kommt. Konkret kam die Simulation der Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Lebensmittelproduktion ohne einschneidende Veränderungen in den Jahren 2020 bis 2100 1356 Gigatonnen Kohlendioxid-Äquivalente freisetzen wird. Dies alleine würde schon ausreichen, um die globale Temperatur bis zur Mitte des Jahrhunderts um 1,5 Grad Celsius ansteigen zu lassen.


Herkömmlich gezeugte Rinder bei der Fütterung. Foto: By Franzfoto (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Viele Faktoren tragen zur Klimabelastung bei

Bis zum Ende der Periode würde dann auch der kritische Wert von zwei Grad Celsius erreicht. Verantwortlich dafür sind eine Reihe von Faktoren. So steht immer wieder die Fleischproduktion im Fokus. Denn zum einen wird bei der Verdauung der Tiere das Klimagas Methan freigesetzt. Dieses ist für das Klima sogar deutlich schädlicher als CO2. Allerdings baut es sich auch deutlich schneller wieder ab. Gleichzeitig benötigt die Landwirtschaft für Weidehaltung und Äcker immer neue Flächen. In vielen Ländern müssen dafür Wälder weichen, was die Klimabilanz weiter verschlechtert. Auch die Verarbeitung und der Transport der Lebensmittel verursachen Emissionen. Zukünftig dürfte sich die Problematik zudem noch verschlimmern. Denn wenn die Weltbevölkerung weiter wächst, werden auch mehr Lebensmittel benötigt. In diesem Punkt sind die Berechnungen der Forscher mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor belegt. Denn natürlich können auch sie nicht in die Zukunft schauen.

Einige Lösungsansätze existieren bereits

Unabhängige Wissenschaftler haben aber zumindest bestätigt, dass die gewählten Annahmen keineswegs unrealistisch sind. Wie aber sollte die Menschheit auf die genannten Zahlen reagieren? Eine recht einfache Lösung besteht darin, weniger Fleisch und tierische Produkte zu essen. Tatsächlich gehen die Forscher aber nicht davon aus, dass die Welt zukünftig auf ausschließlich vegane Ernährung umsteigen muss. Stattdessen verweisen sie auf mögliche technologische Ansätze, um die einzelnen Problempunkte anzugehen. So gibt es die Möglichkeit, die Ernährung von Kühen so zu ergänzen, dass sie deutlich weniger Methan freisetzen. Auch mit Masken für die Tiere wird bereits experimentiert. Gleichzeitig könnte die Gentechnik dafür sorgen, dass der Ertrag pro Quadratmeter Acker deutlich ansteigt. Dies wiederum würde den Flächenbedarf senken. Hinzu kommt ein recht einleuchtender Punkt: Die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, würde ebenfalls helfen, die Emissionen zu senken.


Via: Science

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