Lithium-Ionen-Batterien sind leistungsstark und können über viele Ladezyklen hinweg genutzt werden. Für ihre Entwicklung wurde daher sogar schon der Chemie-Nobelpreis verliehen. In den letzten Jahren stieg zudem die Nutzung immer weiter an. So waren 2018 noch lediglich achtundzwanzig Prozent aller Batterien Lithium-Ionen Batterien. Inzwischen ist dieser Wert auf über vierzig Prozent gestiegen. Ganz ohne Nachteile ist dies allerdings nicht. Denn für die Produktion werden seltene Rohstoffe benötigt, die teilweise nur unter fragwürdigen Bedingungen abgebaut werden. So werden oftmals selbst einfachste Arbeits- und Umweltschutzvorschriften nicht eingehalten. Ein möglicher Ausweg wäre das Recycling der bereits produzierten Batterien, um an die benötigten Rohstoffe zu gelangen. Aus rein technischer Sicht ist dies heute bereits möglich. Noch gibt es allerdings einige Einschränkungen.


Foto: Kristoferb [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Noch gibt es nur vergleichsweise wenig alte Lithium-Ionen-Batterien

Dies beginnt schon bei der Sammlung der Altbatterien. Kurioserweise wird hierbei ausgerechnet die Langlebigkeit der Batterien zum Problem. Denn diese liegt bei sechs bis zehn Jahren. Folgerichtig ist der Anteil der Lithium-Ionen-Batterien bei der Sammlung noch deutlich niedriger als bei den Neuverkäufen. Die Werte dürften sich im Laufe der Zeit aber nach und nach angleichen. In den Recyclinganlagen werden die alten Batterien dann zunächst vollständig entladen. Anschließend folgt die Trennung der eigentlichen Batteriezellen von der sonstigen Elektronik. Beim Elektro-Recycling verfügen die Unternehmen bereits über reichhaltige Erfahrung. Die Zellen wiederum durchlaufen dann einen mehrstufigen Prozess. Zunächst folgt eine thermische Behandlung, bei der flüchtige Stoffe entfernt werden. Anschließend sorgt ein mechanisches Verfahren dafür, dass auch Kupfer und Aluminium abgesondert werden.

Die Hersteller müssen sich an den Recyclingkosten beteiligen

Übrig bleibt dann am Ende ein schwarzes Pulver. Darin sind mit Nickel, Mangan und Kobalt die wertvollsten Rohstoffe der Batteriezellen enthalten. Über die nächsten Schritte des Recyclingprozesses halten sich die Recycling-Firmen zumeist bedeckt. Klar ist aber, dass nun die einzelnen Rohstoffe mithilfe von großer Hitze oder chemischen Prozessen abgesondert und eingesammelt werden. Was am Ende dann noch übrig bleibt, landet in der Müllverbrennungsanlage. Die dort anfallende Schlacke muss dann letztlich dauerhaft deponiert werden. Umweltschützer halten dies aber für weit weniger schädlich, als die bisher genutzten Abbauprozesse der Rohstoffe. Allerdings gibt es noch ein Problem: Bisher rentiert sich der Recycling-Prozess noch nicht alleine durch den Verkauf der zurückgewonnenen Rohstoffe. Möglich sind diese daher nur, weil die Politik die Hersteller hier zu einem Engagement verpflichtet hat. Ein Teil der Verkaufskosten fließt daher direkt in das Recycling.


Via: Futurezone

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