Im Westen Kenias rund um den Viktoriasee ist die Wahrscheinlichkeit sich mit Malaria zu infizieren extrem hoch. Ein Forschungsteam aus der Hauptstadt Nairobi hat sich die Region daher einmal genauer angeschaut. Insbesondere beschäftigten sie sich mit den dort lebenden Anopheles-Mücken, die für die Übertragung von Malaria verantwortlich sind. Grundsätzlich gilt dabei: Die Krankheit wird nur von Weibchen übertragen, die von Plasmodium-Parasiten befallen sind. Im Rahmen ihrer Untersuchungen stießen die Forscher nun auf eine interessante Entdeckung. So waren rund fünf Prozent der weiblichen Mücken nicht von den Parasiten befallen und übertrugen daher die Krankheit nicht. Bei all diesen Tieren wurde zudem auch der Darmpilz Microsporidia MB nachgewiesen. Tatsächlich könnte sich diese Kombination noch als sehr segensreich erweisen.


Bild: James Gathany / Public domain

Rund vierzig Prozent der weiblichen Mücken müssten infiziert werden

Denn zumindest theoretisch könnte man auf Basis dieser Erkenntnisse die Ausbreitung der Malaria auf rein biologische Weise eindämmen. Die Idee der Forscher: Männliche Mücken könnten gezielt mit dem Darmpilz infiziert werden. Bei der Paarung geben sie diesen dann auch an ihre weiblichen Artgenossen weiter. Ebenfalls bereits nachgewiesen wurde, dass der Pilz auch von der Mutter auf den Nachwuchs übertragen wird. Im besten Fall würde sich der Darmpilz innerhalb einer Population also recht schnell verbreiten. Erste Berechnungen der Forscher haben nun ergeben, dass eine signifikante Verbesserung bei der Malaria-Bekämpfung erreicht wäre, sobald rund vierzig Prozent der weiblichen Mücken den Pilz in sich tragen. Der große Vorteil dieses Ansatzes: Die Moskitos, die innerhalb der Nahrungskette eine wichtige Rolle spielen, werden nicht einfach getötet, sondern bleiben dem Ökosystem weiterhin erhalten.

Der weltweite Kampf gegen die Malaria stockt

Nun soll untersucht werden, ob es sich bei dem Zusammenhang zwischen Darmpilz und fehlendem Parasit um ein lokales Phänomen handelt oder ob sich die Ergebnisse auf ganz Afrika übertragen lassen. Grundsätzlich werden neue Ansätze beim Kampf gegen die Infektionskrankheit aber dringend benötigt. Denn zu Beginn des neuen Jahrtausends war es zunächst gelungen, die Zahl der jährlichen Todesfälle mehr als zu halbieren. Dazu beigetragen haben unter anderem neue Medikamente und die Verteilung von imprägnierten Moskitonetzen. Doch beide Maßnahmen verlieren zunehmend an Wirkung, weil die Tiere und Parasiten Resistenzen entwickelt haben. Inzwischen ist die Zahl der Malaria-Todesfälle seit mehreren Jahren nicht mehr signifikant gesunken. Einige Forscher befürchten sogar, dass es in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise zu einem starken Anstieg der Todeszahlen kommen wird.


Via: DW

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