Auch in München ist die Einhaltung der Grenzwerte in Sachen Luftverschmutzung ein Problem. In der Landshuter Allee beispielsweise weisen die Messstationen regelmäßig zu hohe Zahlen aus. Immer öfter muss sich die Stadtverwaltung daher vor Gericht verantworten. Die Richter dort wiederum verlangen regelmäßig ernsthafte Gegenmaßnahmen. Ein attraktiver öffentlicher Personennahverkehr kann in diesem Zusammenhang ein Teil der Lösung sein. Die Münchener Verkehrsgesellschaft MVG investiert daher kräftig und setzt sich zwei Ziele: Zum einen sollen mehr Menschen den eigenen PKW stehen lassen und stattdessen die Busse nutzen. Zum anderen soll die eigene Busflotte irgendwann selbst keine Emissionen mehr verursachen. Schon im Jahr 2030 soll im besten Fall der gesamte Fuhrpark von mehreren hundert Fahrzeugen auf einen Elektroantrieb umgerüstet werden. Der Anfang wurde nun auf der Pendlerlinie 144 gemacht.


Bild: MVG

Bund und Land haben die Hälfte der Investitionskosten übernommen

Realisiert werden konnte die Umsetzung hier, weil insgesamt acht E-Busse mit einer Reichweite von jeweils 250 Kilometern geliefert wurden. Zusätzlich wurden am Busbetriebshof Ost zehn neue Ladesäulen installiert. Alleine diese beiden Maßnahmen kosteten insgesamt rund sechs Millionen Euro. Denn noch immer sind Elektrobusse in der Anschaffung rund doppelt so teuer wie die klassische Variante mit Verbrennungsmotor. Alleine hätte die MVG diese Investitionen wohl nicht stemmen können. Weil es sich aber um ein wichtiges Zukunftsprojekt handelt, übernehmen die Staatsregierung und der Bund die Hälfte der Kosten. Das Ende der Umstellungen ist damit aber noch lange nicht erreicht. Denn spätestens im nächsten Jahr soll auch die Linie 100 vollständig mit E-Bussen bedient werden. Diese wird nicht nur von einheimischen Pendlern genutzt, sondern ist auch bei Touristen sehr beliebt. München möchte auf diese Weise auch eine Art Vorbildfunktion übernehmen.

Auch die Lärmbelastung fällt geringer aus

Außerdem sind in der Route einige starke Anstiege enthalten. Hier dürfte sich zeigen, ob die Reichweitenangaben der Hersteller tatsächlich realistisch sind. Solche Erkenntnisse sind von Bedeutung, weil auf dieser Basis dann über die zukünftigen Bestellungen entschieden werden kann. Realistischerweise dürfte alleine die Umstellung der Busse auf den Elektroantrieb aber nicht ausreichen, um die Grenzwerte in Sachen Luftverschmutzung einzuhalten. Denn ein Gelenkbus stößt beispielsweise auch nicht mehr Stickoxide aus als ein normaler PKW. Dennoch stellt die erste reine E-Bus-Linie in München einen wichtigen ersten Schritt dar. Die Anwohner werden zudem gleich auf doppelte Art und Weise entlastet. Denn die neuen Busse stoßen nicht nur keine Emissionen aus, sondern sind beim Anfahren und bei niedrigen Geschwindigkeiten auch deutlich leiser als die bisher genutzten Verbrenner. Dies gilt zwar nur bis zu einer Geschwindigkeit von bis zu rund fünfzig Stundenkilometern – viel schneller fahren die Busse aber ohnehin zumeist nicht.


Via: Süddeutsche Zeitung

1 Kommentar

  1. nicht wichtig

    12. Oktober 2020 at 15:00

    Hat freiburg schon lange mit 2 bussen…

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