Zu den ersten Opfern gehörten ein Finnwal und mehrere Meeresschildkröten. Sie kamen mit einem riesigen Ölteppich vor der israelischen Küste in Kontakt und verstarben anschließend. Beobachtungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass viele Tiere die Gefahr gar nicht realisieren. Wale und Schildkröten weichen einem Ölteppich daher nicht aus, sondern schwimmen einfach hindurch. Dabei kommt die Haut der Tiere mit dem klebrigen Stoff in Kontakt – was in der Regel fatale Folgen hat. Inzwischen ist aber nicht nur die Tierwelt vor der Küste Israels von der Ölkatastrophe betroffen. Vielmehr sind mittlerweile fast alle Strände des Landes verschmutzt. Tausende Freiwillige, Soldaten und Beamte versuchen nun die Schäden – soweit dies noch möglich ist – in Grenzen zu halten. Gleichzeitig wird fieberhaft nach dem Verursacher des Umweltverbrechens gesucht.


Bild: Hanay, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Der Weg des Öls auf dem Meer lässt sich rekonstruieren

Denn bisher ist noch völlig unklar, wer für die Schäden verantwortlich ist. Klar ist nur: Das Unglück muss auf einem Schiff auf hoher See stattgefunden haben. Denn Analysen haben ergeben, dass es sich tatsächlich um Rohöl handelt. Realistisch sind damit eigentlich nur noch drei Optionen.

1. Entweder ist das Öl ausgetreten weil ein Tank beschädigt wurde.


2. Alternativ ist es auch denkbar, dass der Ölspeicher illegal ausgewaschen wurde.

3. Oder aber zwei Schiffe haben versucht, auf dem Meer Öl umzuladen.

Der große Vorteil der israelischen Behörden bei der Aufklärung: Anhand der Wetterdaten der vergangenen Tage lässt sich der Weg des Ölteppichs auf dem Meer rekonstruieren. So kann festgestellt werden, wo es zu der Katastrophe kam. Gleicht man dies dann mit den Verkehrsdaten der Schiffe auf dem Mittelmeer ab, erhält man eine Liste mit infrage kommenden Tankern.

Die Aufräumarbeiten könnten noch Jahre andauern

Am Samstag untersuchten daher Beamte aus Israel und Griechenland beispielsweise das Schiff Minerva Helen. Doch der Verdacht gegen die Crew ließ sich nicht erhärten. Nun dürften die israelischen Behörden weitere verdächtige Schiffe ins Visier nehmen. Allerdings wurde in dem Land eine Nachrichtensperre verhängt. Es darf daher nicht über mögliche weitere verdächtige Tanker berichtet werden. Der Hintergrund dieser etwas ungewöhnlichen Maßnahme ist nicht ganz klar. Es wird spekuliert, dass möglicherweise zunächst diplomatische Vorarbeit geleistet werden muss, bevor weitere Schiffe inspiziert werden können. Die israelischen Behörden dürften jedenfalls mit Nachdruck nach dem Verursacher der Katastrophe suchen. Denn die Reinigung der Strände kostet enorm viel Geld. Schon jetzt wurden mehr als vierzehn Millionen Euro ausgegeben. Experten schätzen allerdings, dass die Arbeiten noch bis zu zehn weitere Jahre dauern könnten.

Via: Washington Post

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