Alkohol ist schlecht für den Körper. Das ist beileibe kein Geheimnis mehr. Dennoch konsumieren die Deutschen im Schnitt knapp 13 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Schätzungsweise 9,5 Millionen Deutsche konsumieren Alkohol in gesundheitsgefährdender Form, und weltweit ist Alkohol unter den Risikofaktoren für einen frühzeitigen Tod auf Platz 5. Forscher des Imperial College in London entwickeln zurzeit einen synthetischen Alkohol, der weniger Gesundheitsrisiken und Nachwirkungen mitbringen soll als die herkömmliche Variante.


Foto:  Beer, Patrik Kristian, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Beer, Patrik Kristian, Flickr, CC BY-SA 2.0

Alkoholgenuss ohne Kater

Trinken können, ohne den Kater am nächsten Tag fürchten zu müssen. Besonders Leser über 30 werden nachvollziehen könne, warum diese Vorstellung alles andere als unangenehm ist. Und genau das verspricht der synthetische Alkohol von Professor David Nutt und seinem Team

Frühere Formen synthetischer Alkohole enthielten Derivate von Benzodiazepinen, einer psychotropen Substanz. Laut Nutt ist dies bei der von ihm und seinem Team verwendeten Formel nicht mehr der Fall. Aufgrund von einem laufenden Patentierungsverfahren gibt er aber noch keine Details zu seiner Formel bekannt.


It will be there alongside the scotch and the gin, they’ll dispense the alcosynth into your cocktail and then you’ll have the pleasure without damaging your liver and your heart„, so Nutt über seinen synthetischen Alkohol. Der Professor geht davon aus, dass synthetische Alternativen konventionellen Alkohol bis zum Jahr 2050 komplett verdrängt haben werden.

Kritiker fürchten andere Auswirkungen auf die Gesundheit

So ansprechend die Vorstellung von Alkoholgenuss ohne störenden Kater am nächsten Tag auch ist: Synthetische Alkohole sind nicht ohne Kritiker. Diese behaupten, dass die potentiellen Auswirkungen auf die Gesundheit noch nicht ausreichend erforscht sind. Nutt hält dieser Kritik entgegen, dass er und sein Team die Auswirkungen ihres „Alcosynth“ auf das Gehirn hinreichend untersucht haben. „We know where the good effects of alcohol are mediated in the brain, and can mimic them…by not touching the bad areas, we don’t have the bad effects„, erläutert er.

Nutt behauptet weiterhin, mit seiner Formel genau bestimmen zu können, wie betrunken der Konsument am Ende ist.

In jedem Fall gibt es noch nicht ausreichend öffentlich zugängliche Daten, die Aussagen über die Sicherheit von synthetischen Alkoholen zulassen. Dies muss sich unbedingt ändern, bevor wir anfangen, Alkohol durch synthetische Alternativen zu ersetzen.

Hinzu kommt, dass ein „gesünderer“ Alkohol zwar eine gute Entwicklung wäre, aber wahrscheinlich auch weiterhin Nebenwirkungen wie verminderte Reaktionsfähigkeit und Urteilskraft mit sich bringen würde. Des weiteren könnte ein „katerfreier“ Alkohol die Gefahr von Missbrauch erhöhen.

Bevor die Liebhaber von Bier, Wein und Schnaps in Jubelstürme ausbrechen, sind daher noch zahlreiche Untersuchungen notwendig.

via Futurism

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