Bei rund 20 Prozent Blutverlust liegt die erste Grenze: Dann wird es für einen erwachsenen Menschen kritisch – und das ist nur etwa ein Liter. Ab 30 Prozent, also bei rund 1,5 Litern, muss sofortige Hilfe erfolgen, sonst drohen lebensbedrohliche Folgen. Bei 40 Prozent braucht der Patient eine augenblickliche Transfusion – hier sind wir bei ungefähr 2 Litern angelangt. Nach diesem Verlust kann der Körper weder Sauerstoff- noch Volumenmangel nicht mehr selbständig ausgleichen und es kommt zwangsläufig zum Schockzustand. Natürlich spielen dabei individuelle Faktoren eine Rolle, zum Beispiel, ob die Person schon älter oder noch jung ist beziehungsweise welcher Trainings- und Gesundheitszustand vorliegt. Eines bleibt klar: Eine stark blutende Wunde hat schon so manchen Menschen in kürzester Zeit umgebracht. Schnelle Hilfe bei stark blutenden Wunden Eine stabile Haut, die sich über die gesamte Wunde legt Die Gefahr droht sowohl im Straßenverkehr als auch bei Kampfeinsätzen von Soldaten. Aber auch in verschiedenen Bedrohungslagen und bei Unfällen außerhalb unserer Straßen kann es zu gefährlichen Verletzungen mit hohem Blutverlust kommen. Eine schnelle und effiziente Lösung ist gefragt, die auch am Rumpf anwendbar ist, wo sich nichts abbinden lässt. Südkoreanische Forscher haben eine interessante Lösung entwickelt, nämlich ein Pulver, das innerhalb von wenigen Sekunden jede Wunde sicher verschließt – zumindest im Laborversuch: ein Hämostatikum, das eine sogenannte Hydrogel-Barriere bildet und so eine zweite, stabile Haut über den die Wunde legt. Es ging primär um die Wundbehandlung bei Soldaten Diese »zweite Haut« legt sich auch in die Vertiefungen der Wunde und bildet auf ihrer gesamten Oberfläche eine dreidimensionale Struktur. Sie kann ihr siebenfaches Eigengewicht in Form von Blut absorbieren und hält dabei dem auf sie einwirkenden Druck stand. Finanziert hat diese Forschungsarbeit das koreanische Verteidigungsministerium, es geht also primär um eine schnelle Wundbehandlung für Soldaten. Wichtig war bei diesem Projekt auch die Lagerfähigkeit des Therapeutikums, denn bisherige Erfindungen aus diesem Bereich wiesen eine zu geringe Haltbarkeit aus. Die Forscher des koreanischen Technologiezentrums KAIST bekamen mit ihrem Pulver »AGCL« auch diesen Punkt in den Griff, es soll bei Raumtemperatur mehr als 2 Jahre überdauern – und kann auch Hitze sowie hohe Luftfeuchtigkeit überstehen. Hautverträgliche Naturstoffe mit stark antibakterieller Wirkung Das Mittel besteht aus Naturstoffen wie Gellangummi und Alginat, die hautverträglich sind. Das Gellangummi bildet im Zusammenspiel mit dem Kalzium aus dem Blut sofort bei Kontakt eine robuste Gelschicht. Abgesehen davon wirkt das Pulver zu 99,9 Prozent antibakteriell. Somit ist auch dafür gesorgt, dass eine Entzündung der Wunde nicht nachträglich alles zunichtemacht. Wird das AGCL also zukünftig elementarer Bestandteil jedes Verbandskastens im Auto sein? Quelle: futurezone.at Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter