Norwegen hat als eines der ersten Länder weltweit mit der massiven Förderung von Elektroautos begonnen. Folgerichtig ist der Anteil der Autos mit Verbrennungsmotor bei den Neuzulassungen immer weiter gesunken. Im vergangenen Jahr wurde nun ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht: Von den insgesamt rund 141.000 zugelassenen Neuwagen wurden 76.800 elektrisch angetrieben. Erstmals wurden damit mehr Elektroautos als Verbrenner verkauft. In den nächsten Jahren soll sich dieser Trend weiter fortsetzen. So hat die Regierung bereits angekündigt, ab dem Jahr 2025 gar keine Autos mit reinem Verbrennungsmotor mehr zulassen zu wollen. Auch in diesem Punkt ist Norwegen deutlich ambitionierter als viele andere Länder. Das Land eignet sich daher recht gut als eine Art Glaskugel, um einen Blick in die Zukunft des Mobilitätssektors zu werfen.


Audi e-tron
Audi e-tron quattro ist besonders windschnittig (Bild: Audi)

Der Audi e-tron ist erst seit knapp zwei Jahren erhältlich

Interessant ist dies vor allem auch für die Autohersteller. So gehörte das vergleichsweise kleine Norwegen lange Zeit zu den wichtigsten Absatzmärkten für den Elektroautopionier Tesla. Ohne die zahlreichen Bestellungen aus dem Königreich wäre der finanzielle Balanceakt von Firmenchef Elon Musk in der Vergangenheit wohl noch schwieriger zu absolvieren gewesen. Noch im Jahr 2019 war der Tesla Model 3 das meistverkaufte Elektroauto in Norwegen. Im vergangenen Jahr allerdings kam es hier zu einem Wechsel an der Spitze des Verkaufsrankings. Dort befinden sich nun die erst im vergangenen Jahr auf den Markt gekommenen Audi e-tron-Modelle. Diese waren mit einer groß angelegten Werbekampagne eingeführt worden. Dies scheint sich zumindest in Norwegen ausgezahlt zu haben. Für die Verkaufszahlen in anderen europäischen Ländern ist das zumindest kein schlechtes Omen.

In den nächsten Jahren stehen weitere Veränderungen an

Die weitere Entwicklung in den nächsten Jahren dürfte zudem spannend zu beobachten sein. Denn mit dem VW ID.3 hat Volkswagen inzwischen auch ein Auto auf den Markt gebracht, das sich explizit an den Massenmarkt richtet. Auch andere etablierte Hersteller haben neue Modelle angekündigt oder sogar schon in die Verkaufsräume gebracht. Interessant ist zudem, dass Norwegen zum Zukunftslabor der Elektromobilität wurde, ohne dass die nötige Infrastruktur übermäßig stark ausgebaut wurde. Denn rein rechnerisch kommt in Norwegen eine öffentliche Ladestation auf 23 Elektroautos. In Deutschland hingegen liegt der entsprechende Wert bei neun zu eins. Trotzdem fordern die deutschen Autohersteller beständig mehr Engagement der öffentlichen Hand beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Offensichtlich ist dies aber nur ein Teil des Erfolgsgeheimnisses.


Via: Handelsblatt

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