Stauseen sind erstaunlich ergiebige Methanquellen: Die Wupper-Vorsperre allein produziert im Jahr so viel Treibhausgas wie ein Auto auf einer Strecke von 1,5 Millionen Kilometern. Hinzu kommt, dass Methan etwa 30 Mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Kölner Forscher möchten das Stausee-Methan stoppen und wissen auch schon, wie.


CH4 ist die Formel für Methan

Organisches Material gärt im sauerstoffarmen Wasser

Ein Stausee ist per Definition aufgestaut, Fließbewegungen gibt es kaum, das organische Material am Boden gärt im sauerstoffarmen Wasser vor sich hin. Dabei sammeln sich große Mengen Methan an, die sich mit der Zeit aus dem Sediment lösen und durchs Wasser in die Atmosphäre gelangen. Forscher an der Technischen Hochschule Köln haben das Problem erkannt und möchten es mit ihrer neuen Erfindung in den Griff bekommen. Nach 36 Probefahrten mit ihrem Methan-Staubsauber sehen sie sich auf einem guten Weg, der allerdings längst nicht zu Ende gegangen ist.

Die Umwandlung in Strom geschieht direkt vor Ort

Der Sauger steht auf einer schwimmenden Plattform, saugt Sediment an und trennt es in seine Bestandteile. Das Methangas gelangt in die dafür vorgesehenen Behälter, während das gesäuberte Bodenmaterial ins Fließgewässer unterhalb des Stausees geleitet wird. Dort herrscht sauerstoffreiches Wasser vor, mit entsprechend guten Bedingungen, um weitere Gärung zu vermeiden. Die vier Methanbehälter bestehen aus flexibler Kunststofffolie und fassen jeweils 250 Liter. Mittels eines Benzingenerators entsteht aus dem Gas direkt vor Ort elektrische Energie. Das ist jedoch noch nicht das Ei des Columbus, die Verwertung soll in Zukunft auf emissionsfreie Weise geschehen, zum Beispiel in einer Biogasanlage.


Demnächst soll der Methan-Sauger mit der durch seine eigene Arbeit erzeugten Energie laufen – zumindest zu 31 Prozent. Die Marktreife ist allerdings noch längst nicht erreicht: Der Prozess muss effektiver werden, die Anlage kleiner und vollautomatisiert. Erst dann kann das Gerät in ganz Deutschland zum Einsatz kommen – und vielleicht auch über die Landesgrenzen hinaus.

Quelle: wissenschaft.de

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