Schlafstörungen sind kein besonders seltenes Phänomen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass rund jeder Vierte Schwierigkeiten hat, ein- oder durchzuschlafen. Die daraus resultierende Müdigkeit wiederum kann gesundheitliche Probleme verursachen und beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit des Körpers. Forscher der „Baylor University“ in den Vereinigten Staaten haben nun einen simplen Trick entwickelt, mit dem man abends deutlich besser einschlafen kann: Das Erstellen einer To-do-Liste. Bei Experimenten im Schlaflabor konnte die Zeit des Wachliegens im Bett so um rund neun Minuten reduziert werden. Nicht untersucht wurde hingegen, wie sich die Maßnahme auf die Qualität des Schlafes auswirkt. Grundsätzlich dürfte aber auch in diesem Punkt eine Verbesserung zu erwarten sein.


Die Erstellung der Listen dauerte lediglich fünf Minuten

An der Studie nahmen insgesamt 57 Studenten teil, die eine Woche lang im Schlaflabor übernachten mussten. Technische Geräte durften sie nicht mit ins Bett nehmen. Außerdem wurden die Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Der erste Teil musste, bevor er ins Bett ging, noch eine Liste anfertigen mit den Dingen, die am Tag erledigt wurden. Die zweite Gruppe hingegen erstellte eine To-Do-Liste für den nächsten Tag. Beide Aufgaben nahmen jeweils nicht mehr als fünf Minuten in Anspruch. Um 22:30 Uhr wurde dann das Licht ausgeschaltet und die Studenten versuchten einzuschlafen. Das Ergebnis: Die Probanden mit der To-Do-Liste benötigten dafür im Schnitt lediglich 16 Minuten, während die Kontrollgruppe auf einen Wert von 25 Minuten kam. Wer wann eingeschlafen ist, konnte durch die Messung von Hirnwellen dokumentiert werden.


Der Trick ist simpel und kostenfrei

Der Leiter der Studie, Michael Scullin, äußerte die Vermutung, dass man sich gedanklich weniger mit noch anstehenden Aufgaben beschäftigt, wenn diese niedergeschrieben wurden. Er verwies aber auch darauf, dass noch größere Studien mit mehr Probanden nötig sind, um die nun gewonnenen Ergebnisse zu bestätigen. Aufgrund der kleinen Zahl an Probanden konnten nämlich bestimmte Einflussfaktoren im Untersuchungsdesign nicht berücksichtigt werden. Bis die Forschungsarbeit also vollständig abgeschlossen ist, dürfte noch etwas Zeit vergehen. Bis dahin kann aber jeder selbst testen, ob der einfache und kostenlose Trick tatsächlich funktioniert: Einfach abends kurz hinsetzen und aufschreiben, was am nächsten Tag erledigt werden muss.

Via: Baylor University

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1 Kommentar

  1. eisvogel

    31. August 2018 at 12:15

    Also, ich bin Landwirt und verrichte von morgens bis abends 365 Tage im Jahr zum Teil schwere körperliche Arbeiten. Ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich jemals nicht einschlafen konnte.
    Es ist sogar so, daß, wenn ich mich nachts ins Bett lege, ich könnte nicht bis 5 zählen, wär ich schon eingeschlafen.
    Ich vermute deshalb, daß Menschen mit Schlafproblemen einfach zu wenig körperliche Ertüchtigung oder Arbeit verrichten.
    In der heutigen Zeit will die Mehrheit der Leute ja nur noch einen Job und sich irgendwo hinter einem Schreibtisch verstecken aber keine körperliche Arbeit mehr, bei der man womöglich noch ins schwitzen kommt.
    Deshalb mein Fazit zu dem Thema:
    Wer nicht einschlafen kann, hat zu wenig gearbeitet!

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