Die Hersteller von Smartphones bringen jedes Jahr zahlreiche neue Modelle auf den Markt. Groß angelegte Werbekampagnen sollen dann auch die Kunden von den Produkten überzeugen. Einer aktuellen Umfrage zufolge scheint dies aber nur bedingt zu gelingen. Denn nur 14 Prozent der Befragten gaben dort an, sich ein neues Smartphones zugelegt zu haben, weil sie unbedingt ein neues Modell haben wollten. Der Rest wurde zum Neukauf gezwungen, weil das alte Gerät entweder nicht mehr richtig funktionierte oder stark an Leistung eingebüßt hatte. Kritiker vermuten dahinter schon lange ein System. Ihrer Meinung nach werden die Produkte bewusst so konzipiert, dass sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr richtig nutzbar sind und sich auch nur schwer reparieren lassen. Die Politik will dies nun aber ändern.


Bild: Claudio Alvarado Solari

Hersteller sollen eine bestimmte Lebensdauer garantieren

Schon vor einigen Monaten wurde bekannt, dass Elektroprodukte zukünftig leichter reparierbar sein müssen. Nun will die EU-Kommission sogar noch einen Schritt weiter gehen: Im Rahmen eines Aktionsplans zur Kreislaufwirtschaft soll ein „Recht auf Reparatur“ für Smartphones und andere Elektrogeräte eingeführt werden. Auch das deutsche Bundesumweltministerium unterstützt diese Initiative. Die Beamten dort schlagen zudem vor, die Hersteller zu verpflichten, eine bestimmte Lebensdauer des Produkts zu garantieren. Wenn Deutschland im Juli die Ratspräsidentschaft der EU übernimmt, soll das Thema noch einmal stärker in den Fokus gerückt werden. Das Ziel hinter den Ideen ist klar: Die Menge an Elektroschrott soll verringert werden. Dies wiederum schont Klima und Umwelt und reduziert den Verbrauch wertvoller Ressourcen.

Nicht alle Akteure sind von den Plänen begeistert

Noch allerdings sind die Pläne der Komission nicht im Detail ausgearbeitet. Erste Kritiker haben sich allerdings bereits in Stellung gebracht. So ist man im deutschen Wirtschaftsministerium eher skeptisch, was die Frage eines „Rechts auf Reparatur“ angeht. Dort verweist man darauf, dass es teilweise Interessenskonflikte zwischen einer möglichst langlebigen Produktionsweise und einer möglichst einfachen Reparierbarkeit geben kann. Wenig überraschend ist auch die Tatsache, dass der Branchenverband Bitkom von den Plänen ebenfalls nicht begeistert ist. Dort will man stattdessen die Attraktivität der bereits heute vorhandenen Reparaturmöglichkeiten steigern und setzt dabei auch auf die Unterstützung des Staates. So könnten Reparaturen durch Steuervergünstigungen gefördert werden.


Via: Tagesspiegel

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