Bereits in den 1970er Jahren machten sich die Sonden „Helios 1“ und „Helios 2“ auf in Richtung Sonne. Diesen deutsch-amerikanischen Gemeinschaftsprojekten verdanken wir viele wichtige Erkenntnisse über das Zentrum unseres Sonnensystems. Aufgrund der schwierigen Bedingungen dort konnten sich die Sonden dem Untersuchungsobjekt aber nur auf bis zu 45 Millionen Kilometer nähern. Noch etwas stärker nähern möchte sich nun eine gemeinsame Mission von ESA und NASA. Dazu ist am heutigen Morgen die 1,8 Tonnen schwere Sonde Solar Orbiter in Richtung Sonne aufgebrochen. Sie soll sich dem Heimatstern auf bis zu 42 Millionen Kilometer nähern. Dort ist die Intensität der Sonne rund 13 Mal so hoch wie auf der Erde. Ein Hitzeschild aus Titan soll die wertvolle Fracht vor der dort herrschenden gewaltigen Hitze schützen.


Kalte Sonne
Foto: Cold Sun, Mark Vegas, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Signale benötigen 16 Minuten bis zur Erde

Zu den Zielen der Mission gehört es unter anderem, hochauflösende Bilder von den Polarregionen der Sonne zu machen. Außerdem sollen neue Erkenntnisse über das Weltraumwetter gewonnen werden. Dies wiederum kann dann auch helfen, extreme Wetterereignisse auf der Erde besser zu verstehen und voraussagen zu können. Insgesamt befinden sich zehn wissenschaftliche Instrumente an Bord. Die während der Mission gemachten Fotos und die gesammelten Daten werden per Radiosignal auf die Erde geschickt. Dort müssen sich die Forscher allerdings ein wenig gedulden. Denn aufgrund der Entfernung von bis zu 300 Millionen Kilometern bis zur Erde dauert die Übertragung des Signals teilweise 16,5 Minuten. Gesteuert wird die Sonde vom Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt.

Die Kosten belaufen sich auf 1,5 Milliarden Euro

Der Start des Solar Orbiter verlief den Angaben der beteiligten Forscher zufolge ohne jegliche Zwischenfälle. Auch die Sonnensegel konnten ohne Probleme ausgefahren werden. Aktuell ist daher nicht davon auszugehen, dass es an Bord der „Atlas V 411“-Rakete noch zu Problemen kommen wird. Die Kosten der Mission werden von Experten auf bis zu 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Noch näher als der Solar Orbiter kam der Sonne bisher nur die amerikanische Sonde „Parker Solar Probe“. Diese näherte sich dem Zentrum des Sonnensystems auf rund sechs Millionen Kilometer. Dafür musste die Technik an Bord Temperaturen von rund 1370 Grad Celsius aushalten. Eine Landung auf der Sonne wäre noch deutlich schwieriger. Dort liegen die Temperaturen bei bis zu 5.500 Grad Celsius.


Via: BBC

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