Tiny Farms, so nennt sich ein Projekt, das die Ernährungswende an die Berliner Schulen bringen soll. Regionales Biogemüse hat in den Bildungsstätten der Hauptstadt Vorrang, doch das umliegende Brandenburg hält die dafür benötigten Mengen an Frischwaren nicht bereit. Es gibt einfach zu wenig Gärtner und Gärtnerinnen, die sich berufen fühlen, in den Markt einzusteigen und sich entsprechende Kompetenzen anzueignen. Tiny Farms reicht denen die Hand, die es im ganz Kleinem versuchen möchten.


Frisches Gemüse aus der Mini-Farm

 

Nicht Einzelkämpfer, sondern integrierte Wertschöpfungskette

Viele kleine Gemüsebauern können genauso viele frische Lebensmittel liefern wie ein paar ganz große: Dies ist die Kernannahme, die hinter dem Projekt Tiny Farms steckt. Doch es gibt noch viel mehr dazu zu sagen. Denn die Initiatoren möchten nicht einen Haufen Einzelkämpfer motivieren, sondern eine integrierte Wertschöpfungskette schaffen, bei der alle Teilnehmer Hand in Hand arbeiten. Der Flächenbedarf soll im Einzelnen radikal minimiert werden, in etwa so wie in der bereits bestehenden Tiny-House-Bewegung. Das spart Kosten und sorgt für eine verbesserte Flexibilität. Ebenso halten sich der Ressourceneinsatz und der Investitionsbedarf aufgrund der Minimierung in Grenzen. Natürlich können sich auch Menschen melden, die mitten in Berlin leben und ein bisschen Platz für den Gemüseanbau mitbringen. Aber auch ambitionierte Mini-Farmer aus anderen nahen Städten und natürlich vom Land sind gefragt.


Der Startschuss fiel im Frühling 2020

Die erste Tiny Farm startete im Frühling 2020 mit biointensivem Anbau, bodenschonend, aber effizient. Die Verarbeitung ist direkt an den Garten angeschlossen, sodass lange Transportwege entfallen. Die Lebensmittel werden geschält, geschnitten und verpackt direkt in die Schulküche geliefert. Dadurch, dass Tiny Farms alle Prozesse eng verknüpft, sollen Lebensmittelverluste so weit wie möglich vermieden werden. Der Service soll dem eines Großhändlers gleichen, nur, dass es sich tatsächlich um einen Direktvertrieb handelt.

Tiny-Farms-Chef Jacob Fels ist studierter Wirtschaftswissenschaftler und arbeitet seit einem Jahrzehnt in der Lebensmittelbranche. Bei einem Bio-Gemüsehändler war er für die Warenqualität zuständig, außerdem betätigte er sich als Unternehmensberater für Nachhaltigkeit, ebenfalls im Lebensmittelbereich. Regionale und faire Wertschöpfungsketten sind sein Spezialgebiet.

Quelle: tinyfarms.de 

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