Die Italienerin Grazia Vittadini übernimmt den Posten des Chief Technology Officers bei Airbus. Erstmals ist damit eine Frau im Vorstand des Unternehmens vertreten. Über ausreichend Erfahrung innerhalb des Konzerns verfügt Vittadini in jedem Fall: Sie studierte Luftfahrt-Ingenieurswesen und begann anschließend ihre Karriere bei dem europäischen Flugzeugbauer. In dieser Zeit war sie unter anderem an der Entwicklung des Riesenjumbos A380 und des Langstreckenflugzeugs A350 beteiligt. Zuletzt hatte sie die stellvertretende Leitung des Bereichs „Defence and Space“ inne – wo ein Großteil der Gewinne des Unternehmens erwirtschaftet wurden. In der zivilen Luftfahrt hat Airbus hingegen aktuell gleich mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen.


Diese 3 Probleme muss Vittadini bei Airbus angehen:

1. Unzuverlässige Zulieferer: Zahlreiche Flugzeuge des Typs A320neo stehen aktuell ohne Motoren in Hamburg und Toulouse – und können dementsprechend nicht ausgeliefert werden. Der Grund: Die Hersteller Pratt & Whitney und General Electric-Safran haben mit technischen Problemen beim Bau der neuen und effizienteren Motoren zu kämpfen.


2. Die Digitalisierung: Airbus hat einige Ideen, um den Megatrend der Digitalisierung für sich selbst zu nutzen. So soll etwa die Wartung der Flugzeuge zukünftig zumindest teilweise auf der Analyse großer Datenmengen basieren. Doch bisher ist noch unklar, wo in diesem Bereich das Alleinstellungsmerkmal des Airbus-Konzerns liegen könnte.

3. Die Zukunft: Aktuell baut Airbus vor allem Flugzeuge, Raketen und Hubschrauber. Doch die Frage ist, mit welchen Produkten der Konzern in einigen Jahrzehnten sein Geld verdienen wird. Vittadinis Vorgänger Paul Eremenko hatte beispielsweise immer wieder von der Entwicklung fliegender Autos gesprochen. Die Italienerin wird nun entscheiden müssen, wo die Zukunft des Konzerns liegt.

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Zuletzt aktualisiert am 18.11.2019

Die Italienerin gilt als Förderin von weiblichen Führungskräften

Die Aufgabe für die erste Frau im Airbus-Vorstand ist also alles andere als leicht. Die meisten Beobachter gehen aber davon aus, dass Vittadini die richtige Wahl für den Posten ist. Denn die 48-Jährige ist nicht nur bestens ausgebildet, sondern kennt auch das Unternehmen und kann auf zahlreiche Erfolge in der Vergangenheit verweisen. Hinzu kommt: Schon in ihrer bisherigen Karriere hat sie sich der Förderung von Frauen in Führungspositionen verschrieben. Für den immer mal wieder als „Altherrenclub“ verspotteten Airbus-Konzern kann ein solcher Impuls eine wichtige Komponente sein, um die Modernisierung des Unternehmens voranzutreiben. Die Italienerin verfügt zudem auch über Beziehungen nach Deutschland: Sie arbeitete mehrere Jahre in Hamburg und pendelte zuletzt zwischen Toulouse und München.

Via: Airbus

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