Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ein konkretes Ziel benannt: Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Malaria-Erkrankungen um neunzig Prozent reduziert werden. Einige Jahre lang sanken die Neuansteckungen tatsächlich kontinuierlich. Nun ist aber im zweiten Jahr in Folge eine unerfreuliche Trendwende zu beobachten: Die Malaria breitet sich wieder verstärkt aus. Die Experten der WHO schlagen daher Alarm und fordern deutlich mehr Geld. Aktuell stehen demnach rund 3,1 Milliarden Euro jährlich zur Verfügung. Nötig wäre aber in etwa die doppelte Summe. Schaut man sich die einzelnen Länder in den Malaria-Risikogebieten genauer an, stellt man zudem fest, dass der Erfolg im Kampf gegen die Tropenkrankheit sehr unterschiedlich ausfällt. Dies bedeutet aber auch: Völlig hoffnungslos ist die Lage nicht.


Eine Anopheles Stechmücke saugt Blut aus der Haut
Die Anopheles-Mücke überträgt Malaria und wird durch menschlichen Schweißgeruch angelockt.

Wie kann die Ausbreitung der Krankheit gestoppt werden?

Eine Impfung gibt es bisher nicht. Stattdessen nehmen Reisende oft eine Malaria-Prophylaxe ein. Diese ist aber nicht ohne Nebenwirkungen und vergleichsweise teuer. Der beste Schutz ist es daher, sich – insbesondere nachts – vor Mückenstichen zu schützen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass alleine durch die Nutzung von Mückennetzen über dem Bett die Gefahr einer Ansteckung massiv reduziert werden kann. Zusätzlich kann die Zahl der übertragenden Insekten reduziert werden. Teilweise werden in Hochrisikogebieten daher spezielle Gase versprüht, die möglichst viele der Mücken abtöten sollen. Zukünftig könnte zudem die Forschung helfen: Wissenschaftler experimentieren mit Methoden, bei denen die DNA der Tiere so verändert wird, dass sie keine Malaria mehr übertragen. Auch an einer Malaria-Impfung wird bereits geforscht.

Welche Länder sind beim Kampf gegen die Malaria erfolgreich?

Grundsätzlich lässt sich eine Unterscheidung zwischen armen und reichen Ländern treffen. In Südamerika und in einigen wohlhabenden asiatischen Staaten ist die Tropenkrankheit weitgehend unter Kontrolle. Ärmere Länder mit schlechter Infrastruktur und einem nicht so gut ausgebauten Gesundheitssystem haben hingegen mehr Probleme. Doch auch hier gibt es positive Beispiele: So konnte die Zahl der Ansteckungen in Äthiopien, Ruanda, Indien und Pakistan deutlich reduziert werden. Dies ist kein Zufall: Die zuständigen Behörden haben jeweils gezielte Programme zum Schutz der Bevölkerung aufgelegt – etwa indem verstärkt Mückennetze verteilt oder Chemiemittel gegen Mücken eingesetzt wurden. Diese Beispiele zeigen also, dass auch mit vergleichsweise geringen Mitteln schon viel erreicht werden kann.


Wo droht der Kampf gegen die Malaria verloren zu gehen?

Vor allem in bevölkerungsreichen afrikanischen Staaten wie Nigeria und dem Kongo ist die Zahl der Neuerkrankungen zuletzt aber wieder deutlich gestiegen. Dies liegt allgemein betrachtet an der schlechten finanziellen Ausstattung der jeweiligen Gesundheitssysteme, schlechter Regierungsführung sowie der Armut der Bevölkerung. Konkret zeigt sich dies an einem Beispiel: Selbst in den am meisten betroffenen Gebieten in Afrika schläft nur rund die Hälfte der Menschen unter einem Mückennetz. Die Weltgesundheitsorganisation hat daher nun ein Programm gestartet, um diese Länder gezielt zu unterstützen. Konzentriert werden sollen die Mittel in zehn Ländern: Nigeria, Kongo, Mosambik, Burkina Faso, Kamerun, Ghana, Mali, Niger, Uganda und Tansania. Um wirklich erfolgreich zu sein, muss die Weltgemeinschaft zuvor aber bereit sein, zusätzliche finanzielle Mittel bereit zu stellen.

Via: Der Spiegel

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