Die Verhütungsmittel für den Mann sind recht überschaubar. Daher wird auch hier an Methoden geforscht, die als Kondom-Alternative her halten. Prinzipiell gibt es ja neben den  Verhüterlis auch nur noch die nicht mehr rückgängig zu machende Sterilisation. Alles andere steckt noch im Versuchsstadium fest. Zuletzt haben wir bereits über die Pille für den Mann berichtet. Zudem sorgte Tischlermeister Clemens Bimek mit seinem Samenleiterventil für regen Diskussionsstoff. Nun haben Forscher aus Japan ein Gel entwickelt, das bereits erfolgreich bei männlichen Hasen getestet wurde. Nach der Zugabe des speziellen Vasalgels, konnten in der Folge keine Spermien mehr in der Samenflüssigkeit nachgewiesen werden. Die Forscher wollen das neuartige Verhütungsmittel nun bei Männern testen. Schon 2018 soll das Medikament auf den Markt kommen.


Gel muss in den Samenleiter injiziert werden

Bei dem Vasalgel handelt es sich um eine chemische Substanz, die in den Samelnleiter gespritzt wird und vor Ort dann die Spermien blockiert. Das Gel bildet eine halbdurchlässige Barriere, die Flüssigkeiten durchlässt, Spermien jedoch blockiert. So kommt es nach wie vor zu einem Samenerguss, nur eben ohne Spermien. Prinzipiell kommt das Gel von der Funktion her einer Sterilisation gleich. Nur muss hierbei nicht der Samenleiter durchtrennt werden. Der Eingriff ist somit wieder umkehrbar. Um das Gel wieder aus dem Samenleiter zu entfernen, wird eine zweite Spritze benötigt, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Basic and Clinical Andrology„. Die behandelten männlichen Hasen waren nach kurzer Zeit wieder fruchtbar.


Hasen waren 12 Monate unfruchtbar

Im Rahmen einer ersten Studie haben die Forscher das Gel bei 12 Hasen angewendet. 29 Tage nach der Injektion konnten bei 11 Hasen keine Spermien mehr in der Samenflüssigkeit nachgewiesen werden. Bei einem Hasen fanden sich zunächst noch geringe Mengen von Spermien im Ejakulat, wenig später war aber auch der letzte Kanditat unfruchtbar. Insgesamt dauerte die Studie 12 Monate. In dieser Zeit waren die Hasen unfruchtbar. Das Vasalgel dürfte sich also als langzeitiges Verhütungsmittel gut eignen. Es sind keine Hormone enthalten.

Innerhalb der nächsten Monate sollen weitere Forschungsergebnisse folgen. Der Vorteil bei dem Vasalgel ist, dass die Unfruchtbarkeit binnen kürzester Zeit wieder rückgängig gemacht werden kann. Das verleiht der neuen Verhütungsmethode auch einen recht hohen Grad an Flexibilität. In einem nächsten Schritt muss das Gel nun beim Menschen getestet werden. Bisher ist noch nicht klar, ob die Wirkung identisch mit der der Hasen ist. Etwas abschreckend ist die Tatsache, dass das Vasalgel direkt in den Samenleiter gespritzt werden muss. Da der Eingriff jedoch nicht vor jedem Akt unternommen werden muss, sondern unter Umständen nur zwei Mal (1x Unfruchtbarkeit, 1x rückgängig machen), dürfte sich der „Schmerz-Moment“ in Grenzen halten. Verglichen mit den Schmerzen, die Frauen bei der Periode teilweise erleiden, ist das sicher verkraftbar.

Noch in diesem Jahr möchten die Forscher erste Tests mit mutigen Männern durchführen. Sollte sich das Gel bewähren, planen die Mediziner einen Start für das Medikament bereits für 2018. Was bisher noch nicht geklärt wurde ist, was mit den blockierten Spermien passiert. Samenstau?

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