In Deutschland ist das Ende der Atomkraft längst besiegelt. Doch bisher ist der Atomausstieg noch kein internationaler Exportschlager: Kaum ein anderes Land ist nach der Atomkatastrophe von Fukushima dem deutschen Beispiel gefolgt. Stattdessen formten Japan, Kanada, die USA und Großbritannien sogar eine Allianz, um die Nutzung der Kernenergie weltweit zu befördern. Unterstützt werden sie dabei von einem bekannten und sehr reichen Förderer: Microsoft-Gründer Bill Gates hat angekündigt, eine Milliarde Dollar in die Erforschung von neuen Atomreaktoren zu investieren. Eine weitere Milliarde will er zudem bei Investoren einsammeln. Genutzt werden soll das Geld von der Firma TerraPower, in die Gates bereits vor einigen Jahren investierte. Das Unternehmen forscht an einem sogenannten Laufwellen-Reaktor.


Foto: Bill Gates – OnInnovation.com Interview, Flickr, OnInnovation, CC BY-SA 2.0

Bisher existiert der Laufwellen-Reaktor nur auf dem Papier

Dieser Reaktortyp bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. So muss er nur zum Anfahren mit einer geringen Menge an angereichertem Uran beladen werden. Anschließend funktioniert er auch mit nicht angereichertem Uran. Theoretisch könnten sogar die abgebrannten Brennelemente aus klassischen Atomkraftwerken noch einmal verwendet werden. Mit einer Beladung soll der Laufwellenreaktor zudem eine Laufzeit von sechzig bis einhundert Jahren erreichen. Erstmals erdacht wurde ein solcher Reaktortyp bereits in den 1950er Jahren. Bisher existiert er allerdings lediglich in der Theorie. Auch TerraPower hat aktuell nur einige Designs in der Schublade. Eigentlich sollte demnächst in China ein Pilotprojekt errichtet werden, doch der Zollstreit hat dieses Vorhaben zunächst auf Eis gelegt.

Kernenergie als Waffe im Kampf gegen den Klimawandel

Laut eigener Aussage investiert Gates aber nicht in die Atomkraft, um sein immenses Vermögen weiter zu vermehren. Vielmehr sieht er darin eine wichtige Waffe im Kampf gegen den Klimawandel. So bezeichnet er die Kernenergie als einzige Form der CO2-freien Stromproduktion, die rund um die Uhr zum Einsatz kommen kann. Die Gefahr einer Havarie sieht er zwar auch. Doch diese lasse sich durch technische Innovationen beherrschen, so der Multi-Milliardär. Neben seinem eigenen Engagement fordert er zudem auch die US-Regierung zu mehr Unterstützung auf. Neue gesetzliche Regelungen sollen helfen, die USA wieder zum führenden Standort für Forschungen im Bereich der Atomkraft zu machen. Dann sei es durchaus möglich, dass die ersten Testanlagen für Laufwellen-Reaktoren in den Vereinigten Staaten errichtet werden.


Via: Washington Post

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