Ein Aufenthalt auf der ISS ist für jeden Astronauten ein Höhepunkt der beruflichen Laufbahn. Allerdings ist das Leben im All auch mit Problemen verbunden, die es auf der Erde so gar nicht gibt. Dazu gehört unter anderem der Gang zur Toilette, der aufgrund der Schwerelosigkeit recht komplex ist. So müssen die Astronauten ihr Urin in einen speziellen Trichter mit Ansaugfunktion abgeben. Von dort aus wird die Flüssigkeit dann mithilfe eines Filtersystems wieder aufbereitet und dient anschließend als Trink- und Gebrauchswasser. Vor kurzem wollten die Astronauten nun ein neues Urin-Umwandlungssystem installieren und mussten dafür die Toilette kurzzeitig entfernen. Das Problem: Aufgrund eines Fehlers traten daraufhin rund elf Liter Wasser aus.


Ausgetretenes Wasser wird zur Gefahr für die Elektronik

Auf der Erde wäre dies kein großes Problem gewesen: Das Wasser hätte sich auf dem Boden gesammelt, wo es sich problemlos aufwischen lässt. Auf der Internationalen Raumstation allerdings schwebte das Wasser durch die Luft. Dadurch entstand eine potentielle Gefahrenquelle. Denn wenn das Wasser nicht schnell genug eingefangen wird, kann es die sensible Bordelektronik beschädigen. Die Astronauten dichteten daher zunächst die undichte Stelle ab – was schwerer war als gedacht und erst mithilfe von Experten auf der Erde gelang. Anschließend griffen sie zu zahlreichen Handtüchern und fingen das Wasser aus der Luft wieder ein. Nach aktuellem Wissensstand konnte so eine Beschädigung der Elektronik verhindert werden. Die Geschichte zeigt allerdings, dass die Wasser Ver- und Entsorgung auf der ISS eine komplexe Angelegenheit ist.


Auch Weltraumtouristen müssen auf Toilette

Die NASA forscht daher schon seit langem auf diesem Gebiet und will unter anderem einen Raumanzug entwickeln, der bis zu sechs Tage am Stück getragen werden kann. Dies wäre beispielsweise notwendig, wenn auf dem Weg zum Mond langsam Druck aus der Transportkapsel entweicht. In Zukunft dürfte die Toiletten-Thematik zudem noch an Bedeutung gewinnen. Denn zahlreiche Firmen haben angekündigt, Touristen und Auswanderer ins All bringen zu wollen. Unter anderem SpaceX arbeitet daher an komfortableren Lösungen für den Gang auf die Toilette im Weltall. Klar dürfte aber sein: Auch zukünftig wird auf die Aufbereitung und erneute Nutzung nicht verzichtet werden können. Denn Frischwassertanks nehmen Platz weg und sorgen für zusätzliches Gewicht. Ihre Zahl wird daher stets auf ein Minimum begrenzt.

Via: Nasaspaceflights

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