Auch bei der Produktion von Autos gilt: Je komplexer die Fertigung, desto teurer wird das Produkt am Ende. Tesla experimentiert daher schon seit einiger Zeit mit einem Aluminiumgussverfahren. Im kalifornischen Fremont ist bereits eine riesige Gussmaschine im Einsatz. Diese findet bei der Produktion des Model Y Verwendung. Konkret soll vor allem die Herstellung der hinteren Bodengruppe radikal vereinfacht werden. Früher bestand diese aus bis zu siebzig Einzelteilen, die aufwändig zusammengesetzt werden mussten. Inzwischen besteht dieser Teil des Fahrzeugs nur noch aus vier einzelnen Teilen. Perspektivisch ist sogar geplant, die vollständige hintere Bodengruppe aus einem Teil zu gießen. Dies bringt gleich drei Vorteile mit sich: Die Produktion wird beschleunigt, die Kosten werden reduziert und auch das Gesamtgewicht des Fahrzeugs sinkt.


Bild: u/Kruzat but modified by User:Smnt, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Der Cybertruck ist größer als alle bisherigen Tesla-Modelle

Offensichtlich scheint Tesla mit dem neuen Verfahren in Fremont gute Erfahrungen zu machen. Denn nun hat das Unternehmen eine noch größere Gießmaschine in Auftrag gegeben. Angekündigt hatte Tesla-Boss Elon Musk dies bereits Anfang dieses Jahres. Damals gab er auch bekannt, dass die Maschine bei der Produktion des neuen Tesla Cybertrucks zum Einsatz kommen soll. Weil es sich dabei um ein größeres Fahrzeug handelt, wird logischerweise auch eine größere Gießmaschine benötigt. Nun gab das auf die Produktion solcher Maschinen spezialisierte Firma IDRA bekannt, einen Auftrag für eine 8.000-Tonnen-Gießmaschine erhalten zu haben. Als Auftraggeber wird zwar lediglich ein Produzent von Neue-Energie-Fahrzeugen benannt. Da Tesla aber als einziges Unternehmen aus diesem Bereich bereits ausführliche Erfahrungen mit diesem Produktionsverfahren gesammelt hat, kommt keine andere Firma in Frage.

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Die Produktion des Cybertrucks soll noch dieses Jahr beginnen

Von dem im Jahr 2019 präsentierten Tesla-Cybertruck existieren bisher nur Prototypen. Diese verfügen über ein sehr futuristisches und eher ungewöhnliches Design. Gleichzeitig gibt es aber auch zahlreiche größere zusammenhängende Flächen – etwa die Ladefläche. Hier könnte das Aluminiumgussverfahren zum Einsatz kommen, um die Komplexität – und damit die Kosten – zu reduzieren. Aktuellen Planungen zufolge soll im vierten Quartal in Texas mit der Produktion des Pickups begonnen werden. Kunden in Europa werden davon allerdings noch nicht profitieren. Denn die massive Karosserie des Fahrzeugs hat zur Folge, dass der Insassen- und Fußgängerschutz nicht den europäischen Vorgaben entspricht. Um den Pickup also auch in Europa verkaufen zu können, muss also zunächst eine entsprechend angepasste Version entworfen werden. Bisher wurden dazu aber noch keine Details veröffentlicht.

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