Rinder haben eine ärgerliche Eigenart: Sie erledigen ihr Geschäft immer genau dort, wo sie gerade stehen. Das unterscheidet die durchschnittliche Kuh zum Beispiel vom Schwein, das lieber eine abgelegene Ecke im Stall aufsucht, um sich zu erleichtern. Aus dem Verhalten der Rinder resultieren unterschiedliche Probleme, deshalb kümmern sich Nutztierbiologen nun um eine im wahrsten Sinne des Wortes saubere Lösung.


Von FlominatorEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Nur in Latrine lassen sich Kot und Urin trennen

Können Rinder stubenrein werden – oder ist bei ihnen Hopfen und Malz verloren? Diese Frage treibt Forscher am Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf um. Die Ausscheidungen der Tiere, die sich überall im Stall verteilen, stellen nämlich eine Gefahr für die Rinder selbst und die Umwelt dar. Nur in einer Latrine lassen sich Harn und Kot voneinander trennen, um die Umweltbelastung zu minimieren. Und solange die Tiere in ihren eigenen Hinterlassenschaften herumlaufen, können sich durch den immer wiederkehrenden Körperkontakt ihre Euter und Klauen mit krankmachenden Keimen infizieren. Natürlich hat der Landwirt auch einiges weniger zu tun, gingen seine Rinder nur von selbst auf die »Toilette«. Dies würde allerdings voraussetzen, dass die Tiere genügend Bewegungsfreiheit dafür haben.

Belohnung bei gelungenem Toilettengang

Die Wissenschaftler pickten sich immer Gruppen von 8 bis 10 Rindern heraus, die bei Studienbeginn 5 Monate alt waren. Diese erhielten die Möglichkeit, eine mit einem durchlässigen, grünen Bodenbelag bedeckte Latrine aufzusuchen. Wenn die Tiere sich nicht an dem dafür vorgesehenen Platz entleerten, wurden sie mit einer kurzen Wasserdusche »bestraft«. In der Latrine erhielten die Rinder hingegen ein kleines Leckerli in Form von 40 Gramm Gerste, sobald sie den Ort auf die gewünschte Weise nutzten. Es dauerte bis zu 10 Trainingstage, um 11 von 16 Kälbern passend zu konditionieren. Danach urinierten die Tiere insgesamt zu 76 Prozent auf ihrer spritzgeschützten, neuen Toilette. Ließe sich dieses System in die Alltagspraxis der Landwirte integrieren, wären die Tiere selbst besser dran, ebenso wie unsere Umwelt und natürlich die Besitzer des Viehs.


Quelle: schwarzwaelder-bote.de

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