Keine Sorge: Fleisch, Flugreisen und fossile Energien werden in Amsterdam nicht verboten, zumindest noch nicht. Auf öffentlichen Flächen will die Stadt aber Werbung für CO2-lastige Produkte wie diese untersagen – das hat der Stadtrat so bestimmt. Damit möchte die Politik mehr Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen, doch steht zugleich die Frage im Raum, ob das Gesetz angemessen ist. Viele Bürger fühlen sich bevormundet.


Solche Werbung ist demnächst in Amsterdam verboten

Keine coolen Cowboys mehr mit Zigaretten

Zur Rechtfertigung des Werbeverbots, das am 1. Mai in Kraft treten soll, verweisen Befürworter auf die Zigarettenwerbung. Rauchen kann heute noch jeder, der will – an Orten, wo es nicht verboten ist. Trotzdem sehen wir keine coolen Cowboys mehr auf der Kinoleinwand, die sich nach einem langen Arbeitstag abends am Lagerfeuer eine Zigarette anzünden. Zigarettenwerbung war einst gesellschaftlich völlig akzeptiert und gesetzlich erlaubt, heute würden solche Spots den meisten Menschen mindestens befremdlich erscheinen. Ist dieser Vergleich valide?

Eine relevante Minderheit stimmte im Stadtrat dagegen

Die Fakten: Amsterdam ist nicht die erste Stadt in den Niederlanden, die ein Werbungsverbot für stark CO2-lastige Produkte ausspricht, aber die Weitem größte. Utrecht und Haarlem sind schon vorher diesen Weg gegangen, im Bemühen, den CO2-Ausstoß zu verringern. In der niederländischen Hauptstadt hat die Partei GroenLinks das Gesetz auf den Weg gebracht. Eine relevante Minderheit stimmte dagegen, aber unterlag. Das Verbot wird für Haltestellen, Bahnhöfe und Plakatwände gelten, nicht aber innerhalb von Supermärkten, Fleischereien und Restaurants. Die stellvertretende Bürgermeisterin Melanie van der Horst hält es für »fast unmöglich« die Vorgaben bis Ende April umzusetzen, entsprechend ringt die Politik nun um eine Übergangsfrist.


Auch die Amsterdamer Bürger sind sich keinesfalls über diese Maßnahme einig. Schließlich geht es um gesellschaftlich akzeptierte Produkte, und nicht um Waffen oder Drogen. Während solche Kritiker von »Bevormundung« und »Manipulation« sprechen, dreht die Initiatorin van der Pipjen von der Partei GroenLinks den Spieß um bezeichnet die Werbung als manipulativ: »Werbung ist Bevormundung. Die manipuliert Menschen, Sachen zu kaufen. Das stoppen wir.«

Quelle: tagesschau.de 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.