914 Meter Brücke und nur eine einzige Stütze: Die Danjiang-Brücke in Taiwan bricht einen Weltrekord. Was bislang als unmöglich galt, ist damit Realität geworden – »schuld« daran trägt das Architektenbüro Zaha Hadid Architects (ZHA). Die Planer haben sich von den Zweifeln nicht behindern lassen und konnten ihr Bauwerk sogar erdbebensicher konstruieren. Foto: Zaha Hadid Architects Brücke verstellt bewusst nicht den malerischen Sonnenuntergang Die längste einpylonige, asymmetrische Schrägseilbrücke der Welt, so lautet der korrekte Titel der taiwanesischen Danjiang-Brücke. 3.000 Fuß ist sie lang und schaffte es damit auf fast einen Kilometer. Dabei berücksichtigt der Bau nicht nur Länge und Stabilität, sondern auch die Szenerie: Sie verstellt bewusst nicht den Blick auf den herrlichen Sonnenuntergang über den Tasmui-Fluss, wie er von den beliebten Aussichtspunkten immer zu sehen war. Die Konstruktion ist darauf ausgelegt, starke Erdbeben der Stärke 7 zu überstehen, die in der Region durchaus vorkommen können, weil Taiwan auf aktiven tektonischen Platten liegt. Wenig Beeinträchtigung für das Ökosystem der Flussmündung Der genaue Ort ist die Flussmündung zwischen Bali in Neu-Taipeh und dem Distrikt Tamsui im Norden Taiwans. Laut ZHA verkürzt die Brücke die Fahrzeit zwischen den beiden Punkten um 25 Minuten, was für Pendler sicher eine große Erleichterung darstellt. Der Pylon ist 200 Meter hoch mit einer Hauptspannweite von 450 Metern. Durch das Einsparen weiterer Stützen hält sich die Beeinträchtigung des Flussbetts in engen Grenzen und das aquatische Ökosystem der Flussmündung bleibt weitgehend unberührt. Das kompakte seismische Dämpfungssystem kontrolliert die einwirkenden Kräfte in vertikaler und horizontaler Richtung. Eine Stadtbahnlinie soll später zusätzlich auf der Brücke fahren Separate Wege für Fußgänger und Radfahrer ergänzen die bereits geöffnete Autofahrspur. Alles in allem ist die Brücke auf 71 Meter Breite befahrbar und zu begehen. Sogar eine eigene Stadtbahnlinie ist für später vorgesehen. Und: Bei Nachtbeleuchtung wirkt das Bauwerk fast irreal. Auf den Eröffnungsfeierlichkeiten gab es den Effekt zum ersten Mal zu sehen. Eigentlich hätte diese Feierlichkeit schon 2024 stattfinden sollen, aber den Bau behinderten immer wieder schlechtes Wetter und Personalmangel. Das eigentliche Budget von 400 Millionen US-Dollar hat wahrscheinlich nicht gereicht, aber nun ist sie da: die Brücke, die weltweit einen spannenden Trend der Zukunft markiert. Quelle: newatlas.com Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter