Je größer die Wohnungsnot, desto geringer der Umzugswille: Selbst dann, wenn Menschen sich eigentlich räumlich verkleinern möchten, bleiben sie mittlerweile in ihren zu großen Wohnungen, weil sie keine kleinere Bleibe zu einem günstigeren Preis bekommen. Daraus folgt, dass Familien, die mehr Wohnfläche und Zimmer benötigen, kaum Vergrößerungsmöglichkeiten haben und ebenfalls »festsitzen« bleiben. Die Mainzer Wohnbau hat nun ein Konzept entwickelt, das den Gordischen Knoten, wenn nicht lösen, dann zumindest lockern soll. Glücklich angekommen in der neuen Wohnung Finanzielle Anreize statt Zwang zum Wohnungstausch Roland Becker, Geschäftsführer der Mainzer Wohnbau verkündet ernüchternde Zahlen: »Derzeit werden monatlich nur noch zwischen 45 und 55 Wohnungen gekündigt.« Das sind bei einem Pool von 11.000 Mietwohnungen viel zu wenige, um den Kreislauf in Gang zu halten. Neubauten gibt es kaum noch und wer etwas Größeres zum annehmbaren Preis sucht, geht häufig leer aus. Dabei leben beispielsweise Senioren oder Ortswechsler (während der Probezeit in einem neuen Job) nicht unbedingt freiwillig in zu großen Wohnungen. Statt auf Zwang möchte die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt deshalb nun auf Anreize zum Wohnungstausch setzen. Mainzer Wohnbau zahlt 1.500 Umzugsprämie Der Name des neuen Programms lautet »Zukunft Zuhause 55+«. Es richtet sich vor allem an ältere Mitbürger, deren Kinder ausgezogen sind und die bereit sind, mit jungen Familien ihre Wohnung zu tauschen. Becker erklärt dazu: »Wir gehören zu den wenigen Wohnungsbaugesellschaften in Deutschland, die ihren Mietern bei einer Verkleinerung der Wohnung die Mitnahme des bisherigen Kaltmietpreises garantieren und zusätzlich einen Umzugsbonus in Höhe von 1.500 Euro zahlen.« Um in den Deal einzusteigen, müssen sich die Teilnehmer um mindestens ein Zimmer verkleinern. Zuvor gab es in der Stadt schon ein Seniorenwohnungstauschprogramm, das allerdings kaum Erfolg erzielte. Nun ruhen die Hoffnungen auf dem neuen Konzept, das die Mieterhöhung bei Neueinzug verhindert. »So spürt man direkt die Ersparnis«, sagt Becker. Das System könnte durchaus als Blaupause für weitere Städte dienen. Quelle: tagesschau.de Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter