Ob Malen auf einer Leinwand, das Lesen echter Bücher oder gar typische »Großmutterhobbys« wie Stricken und Gärtnern: Vor allem jüngere Menschen haben keine Lust mehr, ständig online zu sein und wenden sich vermehrt der analogen Welt zu. Sie genießen es, kreativ und aktiv zu werden, statt hauptsächlich zu konsumieren, und tauschen den ständigen Dopamin-Kick gegen inneren Frieden ein. Vielleicht braucht es keine Social-Media-Verbote, sondern die Einsicht kommt ganz von selbst – durch ermüdenden Überkonsum.


Analoge Hobbys liegen bei jungen Menschen wieder im Trend

Puzzeln und per Hand zu schreiben, das ist hochaktuell

Die Stichwörter sind ebenso neu wie aufregend: »Digital Fatigue« (digitale Ermüdung), »Analogue Living« (analog leben) und »Going Analague« werden aktuell zum Trend. Ironischerweise posten die Menschen diese Stichwörter als Hashtags auch auf Social Media und führen in diesem Rahmen ihre analogen Freizeitbeschäftigungen vor. Das kann ansteckend und motivierend wirken, aber auch zu neuen Online-Abhängigkeiten führen, vor allem, wenn die Instagram-Hochglanzoptik analoges Leben romantisiert und in neue Doomscrolling-Schleifen führt. Trotzdem: Puzzeln und per Hand zu schreiben, das scheint längst nicht ausgestorben, sondern hochaktuell – und bleibt es hoffentlich auch.

Das Gehirn benötigt vielerlei analoge Impulse

»Brainrot« lautet ein weiteres Keywort der modernen Online-Welt, das auf verrottende Gehirne durch strunzdummen Content hinweist. Das menschliche Gehirn benötigt tatsächlich vielerlei analoge Impulse, um sich voll zu entfalten: Mit Brettspielen und analogen Fotokameras ist die neue Generation schon auf dem besten Wege dorthin. Die Rückkehr in die Offline-Welt lässt sich nicht nur durch digitale Ermüdung erklären, auch die unsichere Weltlage und die Überreizung durch negative Nachrichten spielt wahrscheinlich eine wichtige Rolle. Wer Blumenbeete pflegt, Wollmützen strickt und großformatige Acrylbilder erschafft, entkommt dem virtuellen Bombardement und baut sich ein Stück weit seine eigene heile Welt.


Die vollkommene Verabschiedung vom Internet kommt sicher für die wenigsten jungen Menschen infrage – und das ist auch gar nicht nötig. Eine gute Lösung wäre sicher, eine neue Ausgewogenheit zwischen digitalem und analogem Leben herzustellen. Einfach zwischendurch ohne Handy mit Freunden essen gehen oder im Park sitzen, die Sonne genießen und ein schönes Buch lesen: Willkommen zurück im Leben!

Quelle: heise.de 

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