Für Hunde gibt es ihn bereits, für Menschen lässt er schon viel zu lange auf sich warten: ein Impfstoff gegen Lyme-Borreliose. In Deutschland treten pro Jahr nach Schätzungen 60.000 bis 200.000 neue Fälle auf. Das Risiko, nach einem Zeckenstich an Borreliose zu erkranken, liegt bei etwa 1,0 bis 5,6 Prozent. Ja nach Region und Zeckenart tragen immerhin 5 bis 35 Prozent der Krabbeltiere den Erreger in sich. Besonders in Hochrisikogebieten wäre ein Impfschutz wünschenswert – jetzt könnte es so weit sein. Zecken übertragen die gefürchtete Borreliose Bislang gab keine Zulassung für einen Borreliose-Impfstoff Pfizer und Valneva haben sich gemeinsam ans Werk gemacht, um der Borreliose-Impfung endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Vorher haben es bereits viele Pharmafirmen versucht, doch bislang kam es zu keiner Zulassung. Diesmal sieht alles nach Erfolg aus, obwohl während der Zulassungsstudie weniger Krankheitsfälle auftraten, als erwartet, und der Vergleich ungeimpfter und geimpfter Gruppen deshalb schwieriger ausfällt. Der Impfstoffkandidat PF-07307405 hat sich als Hoffnungsträger herauskristallisiert. Er zeigte bei Probanden ab einem Alter von fünf Jahren eine Wirksamkeit von 73,2 Prozent gegen die gefürchtete Lyme-Borreliose. Die Verträglichkeit war gut, zum Zeitpunkt der Auswertung gab es keine Sicherheitsbedenken. Zwei Phase-3-Studien sind derzeit abgeschlossen, mit insgesamt 9.400 gesunden Teilnehmern aus Gebieten in Kanada, USA und Europa mit hoher Krankheitslast. Am 28. Tag nach der 4. Impfung stellte das Forscherteam die hohe Wirksamkeit fest; die Krankheitsfälle der geimpften Gruppe lagen deutlich unter dem Placebo-Effekt. »Lyme-Borreliose kann potenziell schwerwiegende Folgen haben« Für Studien zur Impfstoffzulassung gilt als Zielwert häufig eine Verringerung des Krankheitsrisikos um 20 Prozent. Die erste Runde verfehlte dieses Ziel, die Zweite bewies eine klinisch relevante Wirksamkeit. Nun bereitet Pfizer die Einreichung des Zulassungsantrags bei den Behörden vor. Annaliesa Anderson, Senior Vice President und Chief Vaccines Officer bei Pfizer erklärt dazu: »Lyme-Borreliose kann potenziell schwerwiegende Folgen haben: Betroffene und ihre Familien kämpfen häufig mit Symptomen, die den Alltag, die Arbeit und die langfristige Gesundheit beeinträchtigen, und derzeit gibt es keinen verfügbaren Impfstoff.« Quelle: euronews.de Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter