50 Tage sollte es ursprünglich dauern, das Mehrfamilienhaus mit seinen zwölf Sozialwohnungen auf drei Etagen zu drucken. Schlussendlich kamen nur 34 Tage dabei heraus und die komplette Grundstruktur war fertig. Neben dem neuen 3-D-gedruckten Gebäude steht ein baugleiches Haus desselben Bauträgers, das auf herkömmliche Weise errichtet wurde und drei Monate länger bis zu seiner Fertigstellung brauchte. Die Druckmethode spart aber nicht nur Zeit, sondern auch massiv Personal. Gebäude aus dem 3-D-Drucker / Bild: Plurial Novilia Drei Mitarbeiter überwachten den Druckvorgang Nur drei Mitarbeiter überwachten den Druckvorgang bis zu seiner Vollendung, mehr Leute oder gar hart schuftende Bauarbeiter waren nicht nötig. Entsprechend günstig dürfte der Bau gewesen sein, doch dazu liegen keine konkreten Zahlen vor. Klar ist aber: Der 3-D-Drucker ermöglichte die preiswerte Erstellung des abgerundeten Grundrisses und der geschwungenen Fassade. Komplexe Formen ziehen beim Druck keine Mehrkosten mit sich, während bei klassischen Baumethoden hohe Preisaufschläge verlangt würde. Drucker hat bereits Rechenzentrum und erdbebensicheres Haus gedruckt Entstanden ist das Mehrfamilienhaus in Frankreich im Rahmen des Projekts ViliaSprint². Der Bauträger Plurial Novilia tat sich dafür mit dem Architektenbüro HOBO Architecture und dem Unternehmen PERI 3D Construction zusammen. Zum Einsatz kam ein COBOD-BOD2-3D-Drucker, der schon zuvor ein erdbebensicheres Gebäude und ein Rechenzentrum ausgedruckt hatte. COBOD gab bekannt, dass es sich beim neuen Gebäude um das erste Haus im Land handelt, dessen tragende Struktur und sämtliche Wände komplett vor Ort gedruckt worden sind. Dafür nutzte der Drucker ein stabiles, zementähnliches Material des Herstellers Holcim. Das Gebäude ist zu 60 Prozent energieautark Im März 2025 stand der Rohbau, danach begannen die übrigen Bauarbeiten wie das Anbringen von Fenstern, Türen, Dach und Leitungssystemen. Anfang 2026 galt das Mehrfamilienhaus als bezugsbereit. Es verfügt über eine Perlit-Dämmung, Holzbalkone, PV-Module sowie ein Hybrid-Heizsystem aus Gasheizung und Wärmepumpe von Atlantic Systèmes. Damit ist das Gebäude zu 60 Prozent energieautark und erfüllt alle Vorgaben für nachhaltiges Bauen der französischen Norm RE2020-2025. Die neu gewonnene Wohnfläche misst insgesamt 800 Quadratmeter. Das nächste Ziel hat Plurial Novilia schon mit seinen Partnern ins Visier genommen: ein 3-D-gedrucktes Haus mit rund 40 Wohnungen, an dem zwei Drucker gleichzeitig beteiligt sein sollen. Die Druckzeit möchte der Bauträger nun auf ein Viertel reduzieren. Also: Auf ein Neues! Quelle: newatlas.com Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter