Ausgerechnet im Herbst sind die ersten Mieter ins Ingolstädter »Haus ohne Heizung« eingezogen: ganz schön mutig, angesichts des nahenden Winters! Hinzu kommt, dass das Gebäude im Sommer Wärme speichern soll, die es in der kalten Jahreszeit ganz allmählich abgibt, um ab Frühling wieder neu aufzuladen. Dieser Prozess fiel im ersten Jahr weg, weil das Gebäude der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) gerade erst fertig wurde. Jetzt, nach dem ziemlich eisigen Winter, schickte der Bayerische Rundfunk ein Kamerateam zu den Bewohnern – mit der Frage: Wie ist es gelaufen?


Wie läuft’s im Haus ohne Heizung?

»Sehr schön, uns gefällt es …«

Die Sendung über das Fazit dieses Härtests lief am 16. März in »Abendschau – Der Süden«. Der technische Leiter der GWG, Jörg Koch, kam unter anderem im Video zu Wort und berichtete von »ziemlich guten« ersten Erfahrungen. Auch der Mieter Sergiy Balzer äußerte sich positiv: »Sehr schön, uns gefällt es, es ist sehr warm in der Wohnung.« Insgesamt bietet das Haus 15 Wohnungen, die weder Gastherme noch Wärmepumpe, Ölheizung oder Holzofen haben. Stattdessen »saugen« die Wände aus Wärmedämmziegeln Sonnenwärme auf und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Abwärme der enthaltenen Elektrogeräte in den Räumen verbleibt.

Notheizung für eisige Tage sprang zu Beginn an

Für ganz kalte Tage ist zur Vorsicht eine schwache elektrische Fußbodenheizung installiert, die in diesem ersten Winter nur zu Beginn der Heizperiode einige Male angesprungen ist. Sie soll dafür sorgen, dass die Raumtemperatur die 20 Grad Celsius nicht unterschreitet. »Heizpapier« nennt sich das System, das laut Expertenmeinung im nächsten Winter nichts mehr zu tun haben wird. Laut Konzept soll die Raumtemperatur im Haus ganzjährig automatisch zwischen 22 und 26 Grad liegen. Die PV-Anlage auf dem Dach sorgt außerdem für die Stromzufuhr, die unter anderem der dezentralen Warmwasserbereitung per Durchlauferhitzer dient.


Technische Probleme hat es im letzten Winter laut Fernsehbericht trotz der allgemeinen Zufriedenheit in größerer Zahl gegeben, denn: »Die Haustechniker waren im Dauereinsatz« – so eine Bewohnerin. Doch es seien schnell Lösungen gefunden worden. Jetzt bleibt erst einmal eins: Sich auf die kleine Heizkostenabrechnung freuen.

Quelle: focus.de 

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