Der Staat Vanuatu besteht auf insgesamt 83 Inseln und hat rund 267.000 Einwohner. Die Lage mitten im Pazifik sorgt dafür, dass die Bewohner von zwei Problemen besonders stark betroffen sind. Zum einen ist dies der Klimawandel und der damit einhergehende Anstieg des Meeresspiegels. Zum anderen sind Inselstaaten aber auch besonders stark mit dem Problem des Plastikmülls konfrontiert. Vanuatu beispielsweise hat schlicht keinen Platz, um riesige Mülldeponien anzulegen und den Abfall so verschwinden zu lassen. Die Regierung des Staates hat daher im Juli vergangenen Jahres ein Verbot von bestimmten Einweg-Plastikprodukten erlassen. Dazu gehörten beispielsweise die klassischen Einkaufstüten und die auch in Europa umstrittenen Plastik-Strohhalme.


Auch Plastikblumen dürfen nicht mehr verkauft werden

Die Maßnahme brachte schon nach kurzer Zeit sichtbare Erfolge mit sich. So kam eine Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der Anteil an Plastik in den Mülltonnen der Einwohner bereits einen Monat nach dem Verbot signifikant gesunken war. In konkreten Zahlen: Er verringerte sich von 15 Prozent auf nur noch zwölf Prozent. Im März diesen Jahres wurde das Verbot daher auf weitere Produkte ausgeweitet. So stehen nun auch Einweg-Besteck und Plastik-Blumen auf der Verbotsliste. Bisher ist nicht bekannt, ob auf diese Weise der Anteil weiter gesenkt werden konnte. Dafür spricht aber die Tatsache, dass die Regierung schon das nächste Produkt ins Visier genommen hat: Zukünftig sollen auch Einweg-Windeln nicht mehr genutzt werden dürfen.


Die Alternativen zur Einweg-Windel sind umstritten

Diese Idee brachte dem Land aber nicht nur weltweit Schlagzeilen ein, sondern sorgte auch für Protest in der Bevölkerung. Dabei ist das grundsätzliche Anliegen durchaus nachvollziehbar: Die Windeln enthalten Plastik und benötigen mehrere hundert Jahre um zu verrotten. Viele Mütter verwiesen aber nicht zu Unrecht darauf, dass es bisher an Alternativen mangelt. Dies räumte auch die Regierung ein und hat das Projekt nun etwas nach hinten verschoben. So soll es noch eine Studie geben, wie sich das Verbot auf arbeitende Mütter auswirkt. Außerdem wird ein Konsultationsprozess stattfinden. Das Ergebnis dürfte dann auch in anderen Ländern mit Spannung erwartet werden.

Via: The Guardian

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