Gorillas, Schimpansen und andere große Affen gehören zu den nächsten Verwandten des Menschen. Von mehreren Krankheitserregern ist bereits bekannt, dass sie zunächst bei Menschenaffen auftraten und dann die Artbarriere zum Menschen überwanden. Dies gilt beispielsweise für das HI-Virus oder den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum. Dabei handelt es sich aber keineswegs um eine Einbahnstraße. Denn auch der umgekehrte Weg ist möglich. So erkrankten im Jahr 2011 in Ruanda mehrere Berggorillas am humanen Metapneumovirus. Aktuell von noch größerer Bedeutung sind Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2016. Damals begannen Affen in einem Nationalpark in der Elfenbeinküste zu husten und zu niesen. Später konnte nachgewiesen werden, dass sich die Tiere mit dem – vergleichsweise harmlosen – Coronavirus OC43 angesteckt hatten.


Bild: Tbachner / Public domain

Es handelt sich schon heute um stark gefährdete Arten

Zoologen befürchten daher nun, dass Menschenaffen auch an Covid-19 erkranken könnten. Bisher ist zwar noch kein entsprechender Fall bekannt geworden. Folgerichtig lässt sich auch noch nicht abschätzen, wie schwerwiegend eine solche Ansteckung für die Menschenaffen tatsächlich wäre. Doch Grund zur Entwarnung ist dies nicht. Denn wild lebende Affen werden logischerweise nicht rund um die Uhr medizinisch überwacht. Entsprechende Informationen erreichen die Wissenschaft also immer erst mit einiger Verzögerung. Weil es sich aber schon heute um zumeist sehr stark gefährdete Arten handelt, appellieren Zoologen und Tierschützer nun an die Weltgemeinschaft: Das Risiko einer Übertragung vom Mensch auf den Affen muss so weit es geht reduziert werden. Die dafür notwendigen Maßnahmen dürften den meisten bekannt vorkommen: So wenig Kontakt wie möglich und eine Aussetzung des Tourismus in den betroffenen Gebieten.

Noch gibt es in Afrika nur vergleichsweise wenige Fälle

Konkret sollten selbst Wildhüter und Betreuer der Tiere stets einen Abstand von mindestens sieben Metern zu den Tieren einhalten. Außerdem wird das regelmäßige Desinfizieren der Schuhe sowie das Tragen von Atemschutzmasken empfohlen. Treten bei einzelnen Personen konkrete Symptome der Krankheit auf, sollten diese sich unverzüglich für 14 Tage in Quarantäne begeben – und zwar auch gegenüber allen Tieren. Ob und wie diese Empfehlungen vor Ort allerdings eingehalten werden können, wird sich wohl erst in der Zukunft zeigen. Bisher gibt es in Afrika – verglichen mit den meisten anderen Kontinenten – noch vergleichsweise wenige Covid-19-Erkrankungen. Davon profitieren aktuell auch die dort lebenden Menschenaffen. Experten warnen allerdings bereits davor, dass in vielen Ländern die Behörden und die Gesundheitssysteme nicht auf größere Ausbrüche vorbereitet sein könnten.


Via: BBC

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1 Kommentar

  1. Robert

    3. April 2020 at 17:39

    Aber was hat der abgebildete und auf Sumatra sowie Borneo lebende Orang-Utan mit Afrika zu tun? Mm..

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