Fliegen, die mit einem Mix aus drei gängigen Medikamenten behandelt werden, leben fast 50 Prozent länger als Artgenossen, die nicht therapiert werden. Die von Forschern des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns (AGE) in Köln und vom University College London (UCL) veröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Präparate eines Tages helfen könnten, altersbedingte Krankheiten beim Menschen zu verhindern.


Bei den Medikamenten handelt es sich um ein Lithium-Präparat, das als Stimmungsstabilisator eingesetzt wird, das Krebsmittel Trametinib und den Immunsystemregulator Rapamycin. Diese Medikamente wirken auf verschiedene zelluläre Signalwege, die ein Netzwerk zur Wahrnehmung von Nährstoffen bilden. Dieses Netzwerk ist nicht nur in Würmern und Fliegen, sondern auch im Menschen zu finden. Es regelt die Art, wie der Körper auf Veränderungen im Nährstoffgehalt reagiert.


Tabletten statt Ernährungsumstellung

„Ernährungsumstellungen können sich positiv auf die Gesundheit auswirken und die Lebenserwartung verschiedener Organismen erhöhen, aber Menschen fällt es oft schwer diese Umstellung durchzuhalten“ so Co-Autor Luke Tain vom AGE. „Indem wir Medikamente gegen das Nährstoffsensornetzwerk einsetzen, können wir die positiven Auswirkungen von Ernährungsinterventionen nachahmen, aber diese Schwierigkeit beseitigen.“

Vor Studien an Menschen sind Mäuse dran

Die drei Medikamente sind hervorragende Partner, weil sie sich gegenseitig ergänzen und Nebenwirkungen reduzieren, die einzelne Präparate haben. Rapamycin etwa hat unerwünschte Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel, die das Lithiumpräparat verhindert.

Die Forscher wollen ihre Experimente an komplexeren Tieren wie Mäusen fortsetzen, um die Auswirkungen auf den ganzen Körper zu messen, bevor sie schließlich zu Studien mit Menschen übergehen. „Meine Forschungsgruppen arbeiten daran, den Mechanismus des Alterungsprozesses zu verstehen, um Wege zu finden, wie man Menschen helfen kann, länger gesund zu bleiben“, sagt Linda Partridge, die sowohl am AGE als auch am UCL forscht. „Wir versuchen nicht, den Tod zu überlisten, sondern helfen den Menschen, in ihren letzten Jahren gesund und krankheitsfrei zu sein.“

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